- Text: Daniel Schieferdecker
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Alice im Wunderland
Das Kino der Jetztzeit ist ein wundervolles Medium. Denn es ist in der Lage, einstige Limitierungen aufzubrechen, neue Möglichkeiten auszuloten und bisher unbekannte Wege zu beschreiten. Das Kino ist sozusagen die Alice des Medienzeitalters im Wunderland der Technik – und die DVD (oder Blu-ray) ist ihr geschrumpfter Ableger für das Teilabenteuer zu Hause. Ob „Terminator 2“, „Jurassic Park“, „Herr der Ringe“ oder „Avatar“ – stets haben bedeutende technische Weiterentwicklungen neue Türen für das Medium Film aufgestoßen, deren Öffnung noch wenige Jahre zuvor völlig undenkbar war. Schade für Tim Burton und seine freie Interpretation des Carroll-Klassikers, dass James Cameron ihm mit „Avatar“ in punkto dreidimensionaler Weltgestaltung zuvor gekommen ist. An dessen Bilderrausch kommt die gute Alice nämlich nicht ganz heran. Macht aber nichts, denn eine unterhaltsame und visuell ansprechende Reise in Burtons psychedelisch-gotische Anderswelt ist „Alice im Wunderland“ dennoch geworden. Im Film folgt die junge Alice (Mia Wasikowska) kurz vor ihrer Zwangsheirat dem weißen Kaninchen ins Wunderland, trifft dort auf skurrile Figuren wie die Grinsekatze oder den verrückten Hutmacher (Johnny Depp) und soll als Auserwählte dafür sorgen, dass die Schreckensherrschaft der roten Königin (Helena Bonham Carter) bald ein Ende hat. Das alles geschieht als Kombination von Animations- und Realfilm in knalliger 3D-Optik und überzeugt mit tollen Darstellern, visuellen Effekten und ein paar netten Gimmicks in verschiedensten Versionen auf DVD und Blu-ray.
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