- Text: Dirk Lüneberg
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joe & max
Die beiden Boxkämpfe zwischen Joe Louis und Max Schmeling gehörten in den Dreißigerjahren zu den Höhepunkten - nicht nur der Sportgeschichte. Denn beide Boxer wurden von ihren jeweiligen Regierungen auch als willkommenes Propagandainstrument missbraucht. Joe Louis war als Schwarzer eigentlich ein Amerikaner zweiter Klasse, doch als es um die Verteidigung der amerikanischen Ehre im Boxring gegen den fälschlicherweise zum Nazi hochstilisierten Schmeling ging, spielte die Hautfarbe keine Rolle mehr, sondern nur noch die Staatsbürgerschaft.
Max Schmeling ging es ganz ähnlich. Gerne hätten die Nazis aus seinem Kampf gegen Louis eine Schlacht des Übermenschen gegen den Untermenschen gemacht, doch Schmeling hatte mit Politik nicht viel am Hut. Auch wenn seine Rolle in der Nazizeit durchaus widersprüchlich blieb, so lautete seine unpolitische Devise doch: 'Ich bin kein Nazi, ich bin Boxer'. Entsprechend ist auch diese fürs amerikanische Fernsehen in Berlin gedrehte und mit vielen bekannten deutschen Schauspielgesichtern bevölkerte DVD-Veröffentlichung kein Sportfilm, sondern das Porträt zweier Kombattanten, die sich nach dem Ende ihrer beider Profilaufbahnen freundschaftlich verbunden blieben. Ein muskulöser Til Schweiger spielt als boxender Mann mit gewohnter Ausdrucks- und Schlagkraft die Legende Max Schmeling. Dem Deutschen blieb auch nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs das Glück hold: Als Aushängeschild für Coca-Cola verhalf Schmeling der braunen Brause in Deutschland zum Durchbruch. Für Joe Louis ging der amerikanische Traum paradoxerweise nicht in Erfüllung: Von seiner Boxkarriere blieben ihm vor allem Steuerschulden, die er bis zu seinem Tod 1981 nicht begleichen konnte. Seine Beerdigung, die mit militärischen Ehren auf dem Nationalfriedhof in Washington stattfand, mutet da an wie ein Treppenwitz der Geschichte.
Das magere DVD-Bonusmaterial aus Trailer und Besetzungsliste erlebt schon vor der zweiten Runde sein Knockout. Entschädigung liefert dafür der aufschlussreiche Audiokommentar von Til Schweiger. Ein in Spielfilmlänge aufbereitetes Kapitel deutsch-amerikanischer (Box-)Geschichte, das in Zeiten steigender Beliebtheit des Faustkampfes zur rechten Zeit in die Verkaufsregale kommt.
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