- Text: Simone Bachofner
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THE AVIATOR
Mit dem Oscar hat es für Martin Scorsese in diesem Jahr einmal mehr nicht geklappt. Dabei hatte er sich mit der knapp dreistündigen Monumentalbiographie des Millionärs, Filmnarrs und Flugbesessenen Howard Hughes wieder so ins Zeug gelegt. Nur wenige können so formvollendet und detailverliebt inszenieren wie Scorsese. Diese Kunst wird auch in 'The Aviator' überdeutlich. Scorsese gelingt es, Hughes Glanzzeit der Zwanziger- bis Vierzigerjahre mit moderner Perfektion (großartige Kamerafahrten und waghalsige Flugsequenzen) einzufangen und als Hommage an jene vergangenen Zeiten (Kostüme und Technicolor-Nachbearbeitung) zu gestalten. Doch das feine Gespür für die Charaktere seiner Geschichten, für ihre Untiefen und Brüche, die Scorsese in 'Taxi Driver' so meisterhaft darzustellen vermochte, scheint er spätestens mit 'Gangs of New York' ein wenig verloren zu haben. Obwohl 'The Aviator' versucht, seinem Protagonisten nahe zu kommen, bleibt dieser dem Zuschauer, trotz Leonardo di Caprios schauspielerischer Tour de Force, doch seltsam fremd. Scorseses visuell beeindruckende Inszenierung erlaubt kaum Kratzer in der Oberfläche, die durch eine unkonventionellere Erzählweise und eine intensivere Auslotung der Charaktere zwangsläufig entstanden wären.
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