- Text: Daniel Schieferdecker
- Erscheinungsdatum: ..11.
-
Die Fremde
Die Deutschtürkin Umay (Sibel Kekilli) hat ihren brutalen Ehemann in Istanbul verlassen und kehrt mit ihrem Sohn Cem nach Berlin zurück. Westlich sozialisiert, will sie dort ein selbstbestimmtes Leben führen und hofft auf die Hilfe ihrer Familie. Diese ist jedoch zu stark mit traditionellen Werten verhaftet und hält dem gesellschaftlichen Druck der türkischen Gemeinde nicht stand – eine Frau, die ihren Mann verlässt, gilt dort nämlich nach wie vor als unehrenhaft und beschmutzt das Ansehen der gesamten Sippe. Eine Versöhnung scheint schwierig, aber Umay will ihre Familie nicht aufgeben. Die Vergleiche mit „Gegen die Wand“ werden – schon wegen Kekilli in der Hauptrolle – nicht ausbleiben, und zumindest die mitreißende Kraft und die Intensität des Films sind vergleichbar. „Die Fremde“ ist ein emotional packendes Drama, das auf Grund seiner Aktualität sicherlich für Gesprächsstoff sorgen wird.
ANZEIGE
