- Text: Daniel Schieferdecker
- Erscheinungsdatum: ..11.
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Bewertung:
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Anvil
Flop-Rock
Sacha Gervasis Rockumentary beginnt mit einer Rückblende auf ein riesiges Stadionkonzert, das Mitte der Achtzigerjahre in Japan stattfand. Mit Bands, die später Weltruhm erlangen und Millionen von Platten verkauften sollten wie Whitesnake, Bon Jovi oder die Scorpions. Nur einer der damals anwesenden Bands blieb der große Erfolg leider bis heute verwehrt: Anvil.
Obwohl die Gruppe um Steve „Lips“ Kudlow und Robb Reiner Anfang der Achtziger mit „Metal On Metal“ einen veritablen Rockhit im Gepäck hatte und mit ihren ersten beiden Alben selbst gestandene Rock-Ikonen wie Slash von Guns N‘Roses oder Lars Ulrich von Metallica maßgeblich beeinflusst hat, hat es der Metal-Gott nicht sonderlich gut mit ihnen gemeint. Lips fährt mittlerweile Essen aus und Robb arbeitet auf dem Bau. Lemmy Kilmister von Motörhead bringt es gleich am Anfang der Dokumentation auf den Punkt: Es kommt im Rock-Geschäft vor allem darauf an, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein. Und das waren die beiden wohl einfach nicht.
Regisseur Gervasi, selbst Anvil-Fan der ersten Stunde und ehemaliger Roadie der Band, hat Lips und Robb drei Jahre lang begleitet: Er hat die Gruppe bei einer verkorksten Europatour gesehen, war dabei, als sie für ein neues Album eine Plattenfirma gesucht haben und hat grandioses Archivmaterial aufgetrieben. Vor allem der langjährigen Verbindung zwischen Filmemacher und Band scheint es geschuldet zu sein, dass man als Zuschauer wirklich nah an die beiden Protagonisten herankommt und die beiden Sympathieträger trotz (oder gerade wegen) der vielen Misserfolge schnell in sein Herz schließt. Dabei ist der Film nicht nur eine längst überfällige Verneigung vor dem musikalischen Schaffen der Band geworden, sondern vor allem das, was der Untertitel verspricht, nämlich „Die Geschichte einer Freundschaft“. Denn wie die beiden in die Jahre gekommenen Rocker trotz der unzähligen Fehlschläge unbeirrbar an ihrem Traum festhalten, sich gegenseitig stützen und stets neu motivieren, davor kann man als Außenstehender nur den Hut ziehen. Selten hat man so sehr mitgefühlt mit einer Band, deren Enthusiasmus auch nach einer knapp 30-jährigen Karriere voller Fehlschläge immer noch ungebrochen scheint. Anvil sind beileibe nicht die erfolgreichste Band der Welt, aber spätestens nach „Anvil – Die Geschichte einer Freundschaft“ ist klar, dass sie eine der sympathischsten Bands der Welt ist. Und das sollte doch auch irgendetwas wert sein, oder?
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