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Bild: Jerry Cotton
  • Text: Dirk Lüneberg
  • Erscheinungsdatum: ..11.03.2010
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Jerry Cotton
Cotton ermittelt, Decker begleitet


Eigentlich ist es erstaunlich, dass seit den Sechzigerjahren niemand mehr auf die Idee gekommen ist, die aus den Groschenromanen bekannten Fälle des FBI-Agenten Jerry Cotton zu einem Kinofilm zu verarbeiten. 1954 wurde die Figur einst in Deutschland erfunden und war eigentlich als Persiflage auf amerikanische Krimis gedacht. Trotzdem eroberten die in der Ich-Form geschriebenen Heftchen bald die Herzen der Leser und avancierten zum Kult: Eine europaweite Auflage von circa einer Milliarde der mittlerweile 2.700 Romane und 400 Taschenbücher spricht da eine deutliche Sprache.
In die Rolle des Titelhelden schlüpft in dieser Neuauflage Christian Tramitz. Da durfte man im Vorfeld durchaus skeptisch sein: würde der Comedian Cotton zur lächerlichen Witzfigur degradieren? Doch weit gefehlt: Tramitz beherrscht die Gratwanderung zwischen feiner Stilisierung, leiser Selbstironie und einer glaubwürdiger Ernsthaftigkeit perfekt. Und auch der Fall, den er hier zu lösen hat, hat es in sich, ist Cotton doch selbst in ihn verwickelt.

Die interne Dienstaufsicht beschuldigt den Helden unter den New Yorker FBI-Beamten, sowohl seinen ehemaligen Partner als auch den Gangsterboss Sammy Serrano (Moritz Bleibtreu) umgebracht zu haben. Jetzt machen die eigenen Leute Jagd auf Cotton, der in einem Wettlauf gegen die Zeit auch versuchen muss, den wahren Mörder zu finden. Sein neuer Partner Phil Decker (mal wieder als sympathischer Trottel: Christian Ulmen) ist ihm dabei nur bedingt eine Hilfe.

Das „Wixxer“-Regieduo Cyrill Boss und Philipp Stennert inszeniert das Abenteuer des Jaguar-Fahrers ebenso smart wie rasant in einem lässig-coolen Stil jenseits jeglicher Peinlichkeit, wenngleich man auf das Schwäbeln von Heino Ferch gut hätte verzichten können und Cruz hier etwas zu offensichtlich als Double für ihre berühmtere Schwester herhalten muss.



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