- Text: Sascha Rettig
- Erscheinungsdatum: ..04.03.2010
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Bewertung:
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Männer, die auf Ziegen starren
Make Love, Take Peace
Diese Geschichte ist so abstrus, dass sie wohl tatsächlich wahr ist: In den Achtzigerjahren soll es eine geheime Militäreinheit gegeben haben, mit der das Pentagon eine ziemlich alternative Form der Kriegsführung erforschte – und zwar den Kampf mit übersinnlichem New-Age-Hokus-Pokus und hippiesker Gewaltlosigkeit. Zum Repertoire dieser Truppe gehörte beispielsweise die Überzeugung, durch Wände laufen oder Ziegen nur mit einem intensiven Starrblick töten zu können.
Nachdem Journalist Jon Ronson über diese angeblich wahre Begebenheit sein Sachbuch "Durch die Wand" veröffentlichte, hat Regisseur Grant Heslov nun den Film dazu gedreht. "Männer, die auf Ziegen starren" schildert die abstrusen Ereignisse aus der Sicht des Reporters Bob Wilton (Ewan McGregor), der zufällig den Soldaten Lyn Cassady (George Clooney) in einer Hotelbar kennen lernt und sofort eine ganz große Story wittert. Schließlich behauptet der, er würde zu besagter "New Earth Army" gehören.
Viel gewonnen ist bereits über die Besetzung der Psycho-Krieger, von deren ernster Sonderbarkeit McGregor einfach an die – oder sogar durch? – die Wand gespielt wird. Clooney muss dafür kaum mehr tun, als schnurrbärtig einmal mehr den herrlich entrückten Blick zu reaktivieren, den er schon in Filmen wie "O Brother, Where Art Thou" meisterlich einsetzte – und hat dabei mindestens ebenso viel sichtliches Vergnügen wie Jeff Bridges, der als spiritueller Vietnam-Veteran mit dudehafter Schlunzigkeit den kiffenden New-Age-Umarmer gibt.
Doch sonderlich viel steckt letztlich nicht hinter Heslovs drollig satirischer Antikriegsklamaukerei. Im Grunde erschöpft er sich sogar weitestgehend in der Idee, das Militär mit Übersinnlichkeitsgedöns kollidieren zu lassen. Das allerdings betreibt er auf entwaffnend bescheuerte Weise.
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