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Bild: Renn, wenn Du kannst
  • Text: Cornelis Hähnel
  • Erscheinungsdatum: ..29.
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Renn, wenn Du kannst
Trio mit vier Füßen


All denen, die allein beim Schlagwort „deutscher Unterhaltungsfilm“ sofort die Hände überm Kopf zusammenschlagen und „Zeter und Mordio“ brüllen, sei Folgendes gesagt: Es gibt Rettung! In diesem Fall hört sie auf den Namen Dietrich Brüggemann. Mit „Renn, wenn du kannst“ liefert er sein Kinodebüt ab und beweist, allen Unkenrufen zum Trotz, dass deutsches Kino sowohl komisch als auch anspruchsvoll sein kann.
Ben (Robert Gwisdek) ist klug, jung und schlagfertig. Und sitzt im Rollstuhl. Seiner Umwelt und vor allem seinen Zivis begegnet er mit genüsslichem Zynismus. Doch sein neuer Zivi Christian (Jacob Matschenz) lässt sich von Bens Kommandos und Seitenhieben nicht beeindrucken, selbstbewusst bietet er ihm Paroli. Zwischen den beiden keimt Vertrauen auf, und auch als sie die junge Cellistin Annika (Anna Brüggemann) kennen lernen, ist bei dieser Dreierfreundschaft keiner das fünfte Rad am Wagen. Als sich aber die leidige Emotion namens Liebe dazugesellt, sieht sich das Trio mit schwerwiegenden Problemen konfrontiert.
Bereits mit seinem Abschlussfilm „Neun Szenen“ bewies Dietrich Brüggemann ein Händchen für Situationskomik und Wortwitz, eine Mischung, die er in „Renn, wenn du kannst“ sogar noch optimieren konnte. Doch zu der komischen Ebene, die sowohl von Slapstick als auch pointierten Dialogen und zackigem Schlagabtausch geprägt ist, fügt sich geschickt eine unterschwellige Tragik, die einerseits das Kippen in üblen Klamauk verhindert, zugleich aber durch das emotionale Wechselspiel den Humor deutlich befruchtet. Dazu kommt der furcht-, aber nicht respektlose Umgang mit dem Thema Behinderung, das selten so selbstverständlich und ohne falsche Sentimentalität auf der Leinwand zu sehen war. Ein intelligenter und komischer Film über Freundschaft, Liebe und – im unpathetischsten Sinne des Wortes – über Vergänglichkeit. *****

Text: Cornelis Hähnel


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