- Text: Daniel Schieferdecker
- Erscheinungsdatum: ..8.
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Please Give
New Yorker Luxussorgen
Kate (Catherine Keener) und Alex (Oliver Platt) verkaufen Vintage-Möbel aus dem Nachlass Verstorbener und würden mit dem verdienten Geld nun gerne ihr Appartement auf die Nachbarwohnung ausweiten. Darin lebt jedoch die 90-jährige Andra (Ann Morgan Guilbert), die gar nicht daran denkt, aus ihren vier Wänden auszuziehen oder vorzeitig den Löffel abzugeben. Als das Ehepaar samt Teenie-Töchterchen Abby (Sarah Steele) dann auch noch auf Andras erwachsene Enkelinnen Mary (Amanda Peet) und Rebecca (Rebecca Hall) treffen, verdichtet sich die ganze Situation zu einem Geflecht aus Egoismus, Affären und falsch verstandenen Helfersyndromen.
Eines direkt vorab: Catherine Keener ist eine grandiose Schauspielerin, was Regisseurin Nicole Holofcener dank mehrerer gemeinsamer Filme nur allzu gut weiß. Tatsächlich liefert Keener eine ihrer besten Karriereleistungen ab, und trotzdem ist das irgendwie schade. Denn anstatt den Film vollkommen um den Charakter von Kate herum zu drapieren und dadurch ein klein wenig vorhersehbar zu gestalten, hätte Holofcener die Verantwortung ruhig ein wenig mehr auf die Schultern der anderen Darsteller ausweiten sollen. Zumal es sich eigentlich um einen Ensemblefilm handelt und mit Platt, Peet und Hall durchaus fähige Leute zur Verfügung standen.
Spaß macht „Please Give“ aber trotzdem. Bissige Dialoge, eine große Portion schwarzer Humor und die allgegenwärtige Melancholie von New Yorker Großstadtkomödien verfehlen ihre Wirkung nicht. Vor allem die humorvolle Umsetzung der vollkommen getrübten Selbstwahrnehmung Kates hält einige Lacher bereit. Und in der generationsübergreifenden Betrachtung von Sorgen und Nöten amerikanischer Großstädter dürfte sich auch hierzulande der ein oder andere Kinogänger wiederfinden. Insofern: Please watch. ***
Text: Daniel Schieferdecker
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