- Text: Patrick Heidmann
- Erscheinungsdatum: ..15.07.2010
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Bewertung:
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Männer al dente
Man muss sich wohl schon in die italienische Provinz begeben, um eine Geschichte wie diese zu erzählen. Denn wohl nur im apulischen Lecce kann das Coming-Out eines gestandenen Mannes um die 30 seine Pasta-Fabrikantenfamilie ins Chaos stürzen, dem Herrn Papa gar einen Herzanfall bescheren und hübsche Frauen um den Schlaf bringen. So ergeht es hier Tommaso (Riccardo Scamarcio) – und nicht nur ihm. Denn sein großer Bruder hat beim Festessen eine ganz ähnliche Neuigkeit...
Dass der türkisch-italienische Regisseur Ferzan Özpetek eher Wohlfühlkino dreht als sich kämpferisch der Gesellschaftspolitik anzunehmen, ist keine Neuigkeit. „Männer al dente“ (ab 15.7.) erinnert nun allerdings fast an Kino aus der Mottenkiste – und ist sicher eher etwas für italophile Mütter als für deren schwule Söhne. Der Humor deckt das Spektrum von charmant über harmlos bis bieder ab, während die Geschichte für jeden netten Einfall auch wieder mindestens ein Klischee zu bieten hat. Aber warum sollte nach hunderten belanglosen Romantic Comedies im Hetero-Mainstream das schwule Kino nicht auch mal eine verdient haben?
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