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Bild: Auftrag Rache
  • Text: Patrick Heidmann
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Auftrag Rache
Mel Gibson im Interview


Seit „Signs“ war Mel Gibson in keiner Kino-Hauptrolle mehr zu sehen, nun meldet sich der einst bestbezahlte Schauspieler der Welt mit dem Actionthriller „Auftrag Rache“ zurück. Die Ereignisse der letzten Jahre – Alkoholprobleme, eine unschöne Scheidung und andere Skandale – haben ihn, wie sich sowohl auf der Leinwand als auch im Interview sehen lässt, ordentlich altern lassen. Darüber sprechen wollte er trotzdem nicht, sondern konzentrierte sich lieber auf Themen wie Selbstjustiz und sein Comeback.

Mr. Gibson, Ihre letzte Hauptrolle liegt gut acht Jahre zurück. Ist „Auftrag Rache“ nun also ein Comeback?
Naja, das wird jetzt immer geschrieben, aber für mich fühlt es sich nicht so an. Es ist ja nicht so, dass ich in all der Zeit vollkommen weg vom Fenster war. Im Gegenteil, ich war sogar ganz gut beschäftigt, vor allem mit meinen beiden Regiearbeiten „Die Passion Christi“ und „Apocalypto“.

Auf jeden Fall schienen Sie das Interesse an der Schauspielerei verloren zu haben...
Hatte ich auch. Aber wenn man lange genug wartet, kommt die Lust irgendwann auch zurück. Ist doch mit allem so: wenn du jeden Tag Trüffel isst, hängen sie dir auch mal zum Hals raus. Aber einmal im halben Jahr ist in das Ordnung. Damals, vor sieben oder acht Jahren, hat mich der Job gelangweilt und ich fürchtete, dass es meinem Publikum ähnlich gehen würde. Nun schien mir die Zeit reif für eine Rückkehr – und das Drehbuch zu „Auftrag Rache“ war dafür bestens geeignet. Und keine Sorge: danach habe ich noch einen weiteren Film gedreht und im März steht schon der nächste auf dem Programm.

Lassen Sie sich denn nach all den Erfahrungen als Regisseur noch gerne von jemand anderem inszenieren? Oder mischen Sie sich mehr ein als früher?
Das hat sich schon ein bisschen mehr verändert. Wobei das, glaube ich, ganz natürlich ist, wenn man als Schauspieler im Laufe der Zeit auch öfter mal seine Meinung sagt. In diesem Fall hatte ich den Eindruck, dass Martin Campbell meinen Input zum Drehbuch durchaus zu schätzen wusste. Zumindest erschien mir die Zusammenarbeit immer freundlich und harmonisch, schließlich wollte ich ihm nicht reinpfuschen. Vielmehr kann ich mich heutzutage besser in die Aufgaben von Regisseuren und Produzenten hineinversetzen, weswegen ich sogar noch mehr Respekt vor ihnen habe.

Viele Actionstars und –helden der Achtzigerjahre wurden in den letzten Jahren reaktiviert. Wie sieht’s aus mit „Mad Max“ und „Lethal Weapon“?
Ich bin sicher, dass die auch wiederkommen werden. Aber nicht mit mir, so verzweifelt bin ich nicht. Ist doch tragisch, wenn man sich mit „Rambo 8“ selbst zu Grabe tragen muss, oder?

Gerechtigkeit und Vergeltung sind immer wieder wichtige Themen in Ihren Filmen. Warum eigentlich?
Dürstet es nicht jeden nach Gerechtigkeit? Es gibt nur dieser Tage viel zu wenig davon. Sonst würden all die Banker und Manager momentan in ihren Firmen die Böden wischen statt weiter an der Spitze zu stehen und Geld zu scheffeln. Geschichten, in denen man zeigt, wie jemand die Ordnung wiederherstellt und sich die Gerechtigkeit am Ende wirklich durchsetzt, machen in Zeiten wie diesen Zeiten einfach Mut und kommen gut an. Selbst wenn sie manchmal vielleicht nur ein Mythos sind.

In „Auftrag Rache“ geht das Hand in Hand mit Selbstjustiz. Könnten Sie sich vorstellen auch so weit zu gehen, wenn Ihren Kindern etwas angetan wird?
Das hängt natürlich davon ab, wo und wann, wie und warum. Ich habe mal ein Video gesehen von einem Mann, der den Mörder seiner Tochter erschossen hat, als der gerade verlegt wurde. Danach hat er sich sofort ergeben, diese eine Vergeltungstat war alles, was er wollte. Den Kerl konnte ich sehr gut verstehen, auch wenn ich selbst bezweifle, dass ich das auch tun würde. Aber wer weiß; wenn es um meine Familie geht, kann ich diesbezüglich nichts beschwören.


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