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Bild: Sin Nombre
  • Text: Daniel Schieferdecker
  • Erscheinungsdatum: ..29.04.
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Sin Nombre
Flucht per Zug


Als Mitglied der brutalen Gang Mara Salvatrucha ist das Leben von El Caspar (Èdgar Flores) durchzogen von Verbrechen und Gewalt. Allerdings schlummert auch eine andere Seite in ihm, die aus diesem Teufelskreis ausbrechen möchte – doch wie soll das gelingen? Die etwa 17-jährige Sayra (Paulina Gaitan aus „Trade“) möchte ebenfalls neu anfangen und ihren bisherigen Alltag aus Armut, Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung hinter sich lassen. Und so macht sie sich mit ihrem Onkel und ihrem Vater auf den Weg mit einem Flüchtlingszug über die mexikanische Grenze in die Vereinigten Staaten. Als Casper und Sayra aufeinander treffen, weil der Bandenboss Lil’ Mago die Flüchtlinge ihrer letzten Habseligkeiten berauben will und dabei versucht, Sayra zu vergewaltigen, trifft Casper eine folgenschwere Entscheidung: Er tötet Lil’ Mago und durchtrennt damit nicht nur die Blutbande zu seiner Gang, sondern auch zu seinem alten Leben. So beginnt eine waghalsige Flucht vor der Vergangenheit und die gemeinsame Suche nach einem hoffnungsvollen Ausweg Richtung Zukunft.

Mit „Sin Nombre“ ist Regisseur Cary Fukunaga ein durchaus packender Debütfilm geglückt, der in direkter Tradition zum neuen lateinamerikanischen Independent-Kino gesehen werden kann. Die Orientierung an Werken wie „City Of God“ oder „Amores Perros“ ist offensichtlich, allerdings gibt es auch einen gravierenden Unterschied zwischen diesen Filmen und Fukunagas Erstlingswerk: das fehlende innovative Moment. Denn während die beiden Klassiker visuell, narrativ und emotional neue Wege beschritten haben, ist „Sin Nombre“ (ab 29.4.) sehr viel konventioneller geraten. Der Plot ist schnell durchschaut und die Überraschungen eher gering. Insofern ist der Film mit tollen Bildern und überzeugenden Schauspielern zwar durchaus sehenswert, aber vielleicht ein klein wenig zu vorhersehbar geraten.

Text: Daniel Schieferdecker


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