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Bild: Moon
  • Text: Peter Meisterhans
  • Erscheinungsdatum: ..15.
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Moon
Allein im All


Die besten Science-Fiction-Filme haben selten mit außerirdischen Monstern oder Sternenkriegen zu tun. Vielmehr geht es darum, sich vor dem Hintergrund des zukünftig (vielleicht?) Möglichen mit dem zu beschäftigen, was uns Menschen ganz aktuell, persönlich oder sogar existenziell betrifft. Das Erstlingswerk des britischen Werbefilmers Duncan Jones gehört in diese Kategorie.

„Moon“ erzählt in einer nicht näher benannten Zukunft vom einzigen Astronauten einer Mondstation. Dieser „Man on the Moon“ ist Sam Bell (Sam Rockwell). Seine Firma baut auf der dunklen Seite des Erdtrabanten einen neu entdeckten Rohstoff namens Helium 3 ab, der anscheinend alle Energieversorgungsprobleme der Menschheit gelöst hat. Das läuft weitgehend automatisch ab, gesteuert von einem Computersystem mit Namen „Gerty“ (im Original gesprochen von Kevin Spacey). Der einzige Mensch ist nur für den Fall da, dass etwas schief geht. Nach beinahe drei Jahren ist Sams Schicht nun bald zu Ende. Das ist auch gut so, denn die Isolation macht ihm schwer zu schaffen; Kommunikation mit der Erde ist nur zeitversetzt über Videobotschaften möglich. Sam führt Selbstgespräche und hat sogar Halluzinationen. Nach einem Unfall bei einem Außeneinsatz kommt er schwer verletzt auf der Station wieder zu sich. Computer Gerty sagt, er habe noch einmal Glück gehabt. Doch Sam ahnt, dass etwas nicht stimmt.
Vordergründig huldigt Jones’ Inszenierung unübersehbar einem großen Klassiker des Genres, nämlich Stanley Kubricks „2001: Odyssee im Weltraum“. Das gilt besonders für das allgegenwärtige Computersystem, das, wie es scheint, eigene Interessen verfolgt, aber auch hinsichtlich der bedrohlichen Leere der Raumstation, in der der Mensch auf sich allein gestellt bleibt. So überträgt sich schnell ein Gefühl des Unbehagens auf den Zuschauer. Jedoch steht in „Moon“ letztlich die Frage nach der eigenen Identität im Vordergrund.
Sams Suche nach Antworten führt dementsprechend – ohne zu viel verraten zu wollen - auch nicht hinaus in die unendlichen Weiten des Weltalls. Dass der Film über weite Strecken zum Kammerspiel wird, mag auch auf das eingeschränkte Budget zurückzuführen sein. Doch das ambitionierte Drehbuch, zu dem der Regisseur – übrigens der Sohn von David Bowie – selbst die Vorlage lieferte, konzentriert sich ohnehin ganz auf seine Hauptfigur. So bleibt viel Raum für Sam Rockwells großartige darstellerische Leistung, die das Fantastische erst plausibel und vor allen Dingen nachvollziehbar macht. Richtig gute Science-Fiction eben.

Text: Peter Meisterhans


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