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Bild: Ponyo – Das große Abenteuer am Meer
  • Text: Sascha Rettig
  • Erscheinungsdatum: ..16.09.2010
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Ponyo – Das große Abenteuer am Meer
Ein Goldfisch mit Ambitionen


Zwar gibt es wie 2009 mit „Küss den Frosch“ immer wieder ein kurzes Aufflackern der großen Zeichentrickproduktionen in 2D. Mittlerweile stehen sie allerdings meist im Schatten der computeranimierten Filme, deren Speerspitze die Pixar Studios mit ihren konstant herausragenden Werken bilden.

Der japanische Animationsgott des legendären Studio Ghibli, Hayao Miyazaki, bleibt aber dennoch bei seiner alten Technik, dem Zeichnen von Hand. In seinen Filmen strahlen die Striche und Oberflächen nicht die sterile Perfektion der Konkurrenz aus, sondern bewahren sich einen ganz eigenen, lebendigen Charme. Das gilt auch für sein neues Werk „Ponyo“, das allerdings anders als „Chihiros Reise ins Zauberland“ und „Das wandelnde Schloss“ zu einem reduzierteren Stil mit pastelligen Hintergründen zurückfindet.


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An Zauber und fantasievollen Details büßt er dennoch nicht ein. Im Gegenteil: Der Film ist eine Explosion an Farben und Formen vor allem in der Unterwasserwelt, aus der die Hauptfigur Ponyo stammt. Dabei handelt es sich um das wohl drolligste Zeichentrickgeschöpf des Jahres: Eigentlich soll es ein Goldfisch sein, hat aber einen Wuschelkopf, Kulleraugen, die Flossen erinnern an ein rotes Kleidchen. Später wachsen Ponyo dann auch noch seltsame Hühnerbeinchen, bevor sie zeitweise sogar zum Menschenmädchen wird. Der Auslöser ist ein abgeschleckter Tropfen Blut des kleinen Jungen Sosuke, der mit seiner Mutter in einem kleinen Hafenstädtchen lebt und Ponyo aus einem Glas befreit und gerettet hat. Doch ihre menschliche Ambitionen bringen die Natur aus dem Gleichgewicht, was dazu führt, dass riesige Meereswellen das Städtchen unter Wasser setzen.

Das Ziel der abgedreht-märchenhaften Geschichte, für die sich Miyazaki unter anderem von „Die kleine Meerjungsfrau“ inspirieren ließ, ist klar: Ponyo kann entweder durch die Liebe Sosukes zu einem ganz normalen Mädchen ohne magische Kräfte, oder, falls er sie nicht lieben sollte, zu Meeresschaum werden. Doch bis es soweit ist, passieren in dieser Welt nicht nur völlig unvorhersehbar die seltsamsten Dinge. Sie werden auch noch ganz selbstverständlich hingenommen, bis letztlich mit Hilfe einer Meereskönigin wieder alles in Ordnung gebracht wird. Der turbulente Fantasiesturm mischt derweil zahlreiche Lieblingsmotive des Regisseurs und lässt auch ernstere Themen anklingen, wenn es etwa um den rücksichtslosen Umgang der Menschen mit der Natur geht. Wie Miyazakis ewig knuffiger „Mein Nachbar Totoro“ richtet sich auch „Ponyo“ dabei an ein Kinderpublikum. Ob das noch jung oder schon erwachsen ist, spielt dabei aber keine Rolle.

Text: Sascha Rettig


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