- Text: Vanessa Pape
- Erscheinungsdatum: ..23.09.2010
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Bis aufs Blut – Brüder auf Bewährung
Starker Einstand
Regisseur Oliver Kienle bezeichnet die Protagonisten seines Jugenddramas „Bis aufs Blut“ als Traumbesetzung und hat damit absolut Recht. Was Jacob Matschenz und Burak Yigit hier als Tommy und Sule abliefern, hat eine Kraft, der man sich kaum entziehen kann.
Die beiden spielen Freunde, die seit der Grundschulzeit durch dick und dünn gehen und sich hauptsächlich durch das Duisburger Partyleben kiffen. Alles ist leicht, alles ist easy, und tolle Ideen gibt es auch, denn Sule hat „the Masterplan“: mit einem bedeutenden Drogen-Deal soll die eigene Tuning-Werkstatt finanziert werden. Für Tommy entsteht daraus ein Konflikt. Einerseits steht da die unbedingte Freundschaft zu Sule, der für ihn Familie und lebenslanger Beschützer ist, auf der anderen Seite seine Freundin Sina und mit ihr eine reelle Zukunftsperspektive fernab von Drogen und Gewalt.
Kienle erzählt rasant, aber nicht hastig. Die Geschichte ist stets getrieben durch deutsche HipHop-Beats und wird gebrochen durch eingebaute Scratches oder schnelle Schnitte im Clip-Stil. Dazu passend gestalten sich die Dialoge in krasser Gossensprache; ständig wird jemand von irgendwem gefickt, meistens von der Mutter oder dem Leben allgemein.
Mit „Bis aufs Blut“ lieferte der junge Regisseur seine Diplomarbeit an der Filmakademie Baden-Württemberg ab, wofür er vermutlich nicht nur eine bravouröse Endnote erhielt, sondern auch tatsächlich den angesehenen Max-Ophüls-Preis 2010. Eine ganz und gar angemessene Entlohnung für diese Arbeit.
Text: Vanessa Pape
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