BRIDGET JONES
LIEBES TAGEBUCH
15. Juli. Alkoholeinheiten: 3 (ganz okay, war schon mal mehr), Zigaretten: 26 (zu viele - wie immer!), Gewicht: tut nichts zur Sache. Ereignis des Tages: 'Bridget Jones - Schokolade zum Frühstück' im Kino gesehen. Klasse Film!
Renée Zellweger spielt Bridget Jones, der Film ist quasi die Verfilmung ihres Tagebuchs. Was für ein Glück, dass diese Frau so fleißig schreibt, denn anderenfalls wäre uns eine höchst amüsante Komödie entgangen. Und das, obwohl Bridget zunächst nicht viel mehr macht, als abends mit Zigaretten, Wein und Schokolade auf dem Sofa zu sitzen und 'All By Myself' zu singen! Seien wir mal ehrlich, liebes Tagebuch, ich würde es wohl ähnlich machen, wenn ich Anfang 30 wäre, mich zu dick fände und seit Jahren auf meinen Traummann warten würde. Oh Gott, vielleicht geht's mir in ein paar Jahren tatsächlich so ... Bloß nicht daran denken! Frau Zellweger jedenfalls wirkt so, als würde sie solche Abende nur zu gut kennen, und nicht nur deswegen ist sie mindestens genauso gut wie im vergangenen Jahr in 'Nurse Betty'. Aber selbst wer seit Jahren glücklich verheiratet ist (was nichts zu bedeuten hat, wie man am Beispiel von Bridgets Eltern sehen kann), wird sich wunderbar in sie hineinversetzen können. Sich aus lauter Verzweiflung in den eigenen Boss zu verlieben ist allerdings selbst mir noch nicht passiert (wäre momentan auch völlig unangebracht, aber dazu ein andermal mehr ...). Allerdings hatte ich auch noch nie Hugh Grant als Vorgesetzten. In 'Bridget Jones - Schokolade zum Frühstück' sieht der Mann zum ersten Mal in seinem Leben richtig männlich und attraktiv aus. Abgenommen hat er wohl auch, wobei ich nicht weiß, ob das an der Trennung von Liz Hurley liegt, oder ob Renée Zellweger dadurch dicker wirken soll. Ist ja auch egal, ich schweife ab. Leider stellt er (bzw. seine Rolle) sich als ziemliches Arschloch heraus - natürlich erst, nachdem ihn Bridget tatsächlich rumgekriegt hat. Auch das kommt mir sehr bekannt vor. Und zu allem Überfluss hat Bridget auch noch Stress mit den Eltern (kenn' ich!), stellt sich im Job tollpatschig an (kenn' ich leider auch), und ein nerviger Geburtstag steht auch noch vor der Tür (in die Phase, wo einen das nervt, komme ich auch langsam). Und die Gewichtsprobleme natürlich, aber das hatten wir ja schon. Dann allerdings stellt sie fest, dass sich der wahre Traummann schon längst in ihrer Nähe befindet. Natürlich ist er (gespielt von dem merkwürdig unsympathischen Colin Firth) eigentlich in festen Händen. Am Ende kriegt Bridget ihn dann doch, aber bis es soweit ist muss man noch so manches Mal herzlich lachen. Nicht ganz so laut und herzhaft wie bei Helen Fieldings Romanvorlage, die noch 'ne ganze Ecke bissiger ist. Aber Spaß macht der Film trotzdem und man kommt wunderbar beschwingt aus dem Kino. Deswegen lasse ich das Tagebuchschreiben auch ganz schnell wieder bleiben - ich könnte ja die amüsanten Verwicklungen meines eigenen Lebens verpassen. Und vom Rauchen und Trinken hält einen ein Tagebuch ohnehin nicht ab. Das kann nur der Traummann. Habe ich von Bridget Jones gelernt! (patrick)
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