VERRÜCKT/SCHÖN
KIRSTEN UND DER LATIN LOVER
Nächstes Jahr wird Kirsten Dunst, die ihren Durchbruch bereits mit zwölf Jahren in 'Interview mit einem Vampir' hatte, 20 Jahre alt, und wird dann in 'Spiderman' erstmals in einer Blockbuster-Hauptrolle zu sehen sein. Bis dahin aber bleibt sie Amerikas Vorzeige-Teenager Nummer 1. Mit 'Verrückt/Schön' ist sie nach 'Girls United' und 'Ran an die Braut' zum dritten Mal in Folge in einem High School-Film zu sehen.
Nicole (Kirsten Dunst mal nicht nur süß) ist ein verwöhntes, aufsässiges Mädchen aus reichem Hause, dass vom Gericht dazu verdonnert wurde, am Strand von Los Angeles Müll aufzusammeln, nachdem sie wegen Trunkenheit am Steuer verurteilt wurde. Sie ist Alkoholikerin, hat den Selbstmord ihrer Mutter noch nicht verarbeitet und fühlt sich von ihrem Vater vernachlässigt. Am Strand trifft sie Carlos (Jay Hernandez), der mit seiner Clique aus klischeehaft lauten Latino-Freunden rumhängt. Carlos stammt zwar aus einer armen Familie, ist aber ansonsten der perfekte, grundgute Teenager und Schüler. Er arbeitet hart daran, den Weg aus dem Ghetto aufs College zu schaffen. Unterschiedlicher könnten die beiden Protagonisten also nicht sein, und trotzdem entwickelt sich zwischen ihnen nach und nach eine Romanze. Doch damit fangen die Probleme erst an, denn ihr Umfeld ist über diese Beziehung wenig begeistert, Carlos College-Pläne geraten in Gefahr und Nicoles psychische Probleme sind noch lange nicht überwunden.
'Verrückt/Schön' ist eine Teenager-Romanze, die weit mehr sein will als nur ein weiterer Teenie-Film, doch leider gelingt ihr das nicht wirklich. Kirsten Dunst ist hinreißend und glänzt als armes reiches Mädchen. Auch Newcomer Jay Hernandez als Carlos weiß in der zweiten Hauptrolle zu beeindrucken. Die Liebesgeschichte zwischen den beiden verläuft relativ vorhersehbar, doch man muss dem Film anrechnen, dass er etliche schwierige Themen zu behandeln versucht. Leider bleibt es häufig beim Versuch, und 'Verrückt/Schön' wird seinen Protagonisten nie gerecht. Am Schluss präsentiert uns Regisseur John Stockwell dann eine reichlich unrealistische Auflösung, so dass sein Film schließlich doch als typische Teenager-Lovestory endet.
Trotz allem ist 'Verrückt/Schön' recht unterhaltsam, was vor allem an Dunst und Hernandez liegt, zwischen denen echte Chemie herrscht, die auch auf den Zuschauer übergreift. Auch die Kameraarbeit ist nicht uninteressant, nicht zuletzt, weil es ihr gelingt, sogar Los Angeles gut aussehen zu lassen. Und überhaupt ist höchst erfreulich, dass endlich einmal ein junger Latino-Schauspieler in einer sympathischen Hauptrolle zu sehen ist. (Arturo Diaz)
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