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THE FAST AND THE FURIOUS
GIB SCHUBRAKETE


Für Verfolgungsjagden und illegale Autorennen waren vor zehn Jahren auf den hiesigen Leinwänden Mantas, Wasserstoff-Blondinen und plüschbezogene Lenkräder ausreichend. Da braucht es im LA von heute schon einiges mehr. Die Mantas wurden durch japanische Speedmaschinen ersetzt, die Blondchen durch heiße Hispano-Chicks und der knuddelige Antennenfuchsschwanz durch computergesteuerte Lachgaseinspritzung.
Brian (Paul Walker aus 'Eine wie keine') ist neu in LA und ein ganz Ausgefuchster. Denn Tag für Tag gibt er vor, an einer Sandwich-Bude wegen der leckeren Sandwiches zu stehen, um nebenbei kräftig mit der Bedienung Mia (Jordana Brewster, 'The Faculty') zu schäkern. In Wahrheit tut Brian das allerdings nur, um Kontakte zu ihrem Bruder, dem Streetrace-Helden Dominic (Vin Diesel) zu knüpfen. Das wiederum tut Brian nur, um dessen Rowdy- und Gaunerclique auffliegen zu lassen. Denn Brian ist Cop, und - wie gesagt - ein ziemlich ausgebuffter. Nicht nur, dass er sich in das Sandwich-Mädchen Mia verknallt, sondern er knüpft auch mit deren Bruder eine immer engere Freundschaftsbande. Und das riecht nach einem argen Interessenkonflikt.
Wer sich nun sagt, das hab ich schon mal irgendwo gehört, der liegt nicht falsch, wurde doch die Hälfte aller gängigen Story-Klischees für das Drehbuch zu 'The Fast and the Furious' zusammengezimmert. Aber das macht nichts, denn die Höhepunkte des Films liegen eindeutig in seinen perfekten, aufwendigen Actionsequenzen. Die Schauspieler verkaufen sich, ganz im Zeichen des Drehbuchs, unter Niveau, allen voran Michelle Rodriguez ('Girlfight') als Dominics toughe Freundin Letty. Da Vin Diesel ('Pitch Black') scheinbar dafür geboren wurde, als Action-Leitfigur zu fungieren, stellt er die einzig Ausnahme dar. Zu ihm passt der Film wie die Faust aufs Auge.
Wer sein Herz an originelle Stories verloren hat, sollte den Weg dieses Streifens besser nicht kreuzen. Wer aber einen Narren an schnellen Autos, haarsträubenden Stunts und Races bis zum Tunnelblick gefressen hat, dem wird der Film so ziemlich alles geben, was er sich wünscht. (Leon Ilsen)


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