SWIMMING POOL
INTERNATIONAL HOCHGLANZ SLASHER
Spätestens nach 'Scream 3' war das Genre der Teenie-Horror-Filme eigentlich bereit, seinen letzten Atemzug zu tun. Doch noch immer können profitorientierte Produzenten nicht die Finger von diesen meist recht schlicht strukturierten Filmen lassen. Selbst in Europa ist man auf den Slasher-Geschmack gekommen. Im vergangenen Jahr gruselten sich GZSZ-Starlets in 'Flashback - Mörderischer Sommer' und vor einigen Wochen schickten die Franzosen 'Deep in the Woods' ins Rennen. Und für alle, die nicht genug bekommen können, gibt's nun 'Swimming Pool' - erneut eine deutsche Produktion.
Es ist der letzte Schultag an der 'International High School' in Prag, einer Elite-Schule für Kids aus aller Welt. Die Clique um den coolen Gregor (Thorsten Grasshoff) und seine Freundin Sarah (Kirsten Miller) bringt ihr Abschlussexamen hinter sich, und allein das ist das Grund genug, die Party des Jahres steigen zu lassen. Doch natürlich geben sich die beiden und ihre Freunde Chris, Carmen, Mel, Diego und Carter nicht mit dem normalen Abschlussball zufrieden. Und so brechen sie nachts mit Hilfe des Mechanikers Martin in ein Luxus-Schwimmbad ein und feiern im wahrsten Sinne des Wortes feucht-fröhlich. Doch die Party findet ein abruptes Ende, als für zwei der Kids eine Rutschpartie tödlich endet. Ein Serienkiller treibt sein Unwesen und sucht sich im Schwimmbad nach und nach seine Opfer. Alle Türen sind verschlossen, und das sind doppelt schlechte Nachrichten. Denn erstens muss der Mörder einer von ihnen sein, und zweitens gibt es kein Entrinnen.
Zwar stammt das Geld für diesen Film aus Deutschland, doch das sieht man 'Swimming Pool' nicht auf Anhieb an. Das liegt einerseits natürlich daran, dass er in Prag spielt und mit einem bunten Gemisch aus deutschen, amerikanischen und englischen Darstellern besetzt ist (und daher natürlich nachsynchronisiert werden musste). Andererseits liegt es an Regie-Debütant Boris von Sychowski, der beinahe sklavisch populäre US-Vorbilder wie 'Scream' kopiert. Noch vor dem Vorspann wird das erste Mädchen ermordet, danach wird eine ganze Reihe Protagonisten eingeführt - natürlich grade genug, um später alle paar Minuten für eine Leiche zu sorgen. Sie hetzen dann bald durch Prager Dauerregen oder durch spärlich beleuchtet Räume, in denen nach spätestens fünf Minuten dann auch noch die Sicherungen durchbrennen.
Wie die meisten Nachahmer kann 'Swimming Pool' dem Vorbild 'Scream' nicht das Wasser reichen. Auch das Ende ist hier eher enttäuschend, zumal zwei der Charaktere ohne weitere Erklärung kurz vor Schluss einfach aus dem Drehbuch verschwinden. Vor allem aber verzichten Drehbuch und Regie von 'Swimming Pool' völlig auf jedes Bisschen schwarzen Humor oder Ironie, so dass letztlich ein x-beliebiger Slasher-Streifen entstanden ist. Eine gewisse Spannung kommt natürlich trotzdem auf, das Prinzip 'Zehn kleine Negerlein' funktioniert eben doch. In den Mordszenen beweist von Sychowski sogar Originalität, und bietet einige recht blutige Neuerungen. Letzten Endes ist es aber vor allem die beeindruckend undeutsche, auf Hochglanz polierte Optik, die 'Swimming Pool' von Konkurrenten wie 'Flashback' abhebt. (Patrick Heidmann)
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