- Text: Sascha Rettig
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beijing bicycle
In Zeiten des materiellen und media-visuellen Überflusses kommt die Wertschätzung besonders für einfache Dinge bisweilen abhanden.
Schön, dass es aber immer wieder asiatische Filme gibt, die aus ganz simplen Situationen heraus Geschichten entwickeln, die mit einer ganz ökonomischen Bildsprache etwas scheinbar Kleines und Unbedeutendes in etwas Großes und Existentielles verwandeln. Der chinesische Film 'Beijing Bicycle' (ab 28.3.) von Wang Xiaoshuai, der auf der Berlinale 2001 mit einem Silbernen Bären ausgezeichnet wurde, ist so ein Fall. Darin geht es eigentlich nur um ein Fahrrad. Das 'nur' ist hier allerdings missverständlich, denn das Rad ist in diesem Fall gleichbedeutend mit der Existenz eines jungen Mannes. Er erhält eine Chance, als Fahrradkurier zu arbeiten, wobei er das hochmoderne Rennrad noch abbezahlen muss. Was für den einen jedoch eine Lebensgrundlage ist, ist für den anderen ein begehrtes Statussymbol. Als ihm nämlich ein Teenager imer wieder das Rad klaut, um bei seinen Freunden anzugeben, muss er um seinen Job und seine Existenz kämpfen. Auf bewegende Weise werden hier soziale Unterschiede ebenso thematisiert wie der ganz einfache Versuch, gegen alle Widerstände zu überleben.
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