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Bild: Underwater Love – A Pink Musical
  • Text: Cornelis Hähnel
  • Erscheinungsdatum: ..27.10.2011
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Underwater Love – A Pink Musical
Ich sing dein Glied


Hin und wieder gibt es immer mal Filme, die es schaffen, den Zuschauer im Kino komplett zu überraschen – sei es aufgrund ihres visuellen Konzepts oder ihres ungewöhnlichen Inhalts. Und manchmal kommt einfach alles zusammen und man sitzt ungläubig mit großen Augen im Sessel, als wäre man zuvor noch nie im Kino gewesen.
„Underwater Love“ ist so ein Film, der dem Kino das Staunen zurückbringt: Ein Softporno-Musical über einen Kappa, einem Fabelwesen aus der japanischen Mythologie.

Die Fabrikarbeiterin Asuka will eigentlich ihren Chef heiraten, doch eines Tages begegnet sie an einem nahe gelegenen See einem Kappa. Das seltsame Wesen entpuppt sich als Reinkarnation von Asukas Jugendliebe, der zu Schulzeiten ertrunken ist. Asuka nimmt den Kappa mit zu sich und versucht sich zu entscheiden.

Das japanische Genre des Pinkfilms, also Softerotikfilme, die mit wenig Budget und viel Fantasie verwirklicht werden, erfreute sich einst in seinem Heimatland großer Beliebtheit. Doch seit einiger Zeit lässt das Interesse an den Filmen nach – im Gegensatz zur westlichen Welt, die diese oft obskuren Filme für sich entdeckt. „Underwater Love“ ist nun die erste internationale Koproduktion eines Pinkfilms, Regie führte dabei Shinji Imaoka ein Vertreter der neuen Generation der Pinkfilm-Bewegung.

Mit Christopher Doyle konnte man einen der begnadesten Kameramänner der Gegenwart verpflichten und die Musik schrieb das Berliner Duo Stereo Total, deren Sound sich wunderbar in das skurrile Treiben einfügt. „Underwater Love“ ist ein absurdes Stück Kino, dass aber nicht uneingeschränkt zu empfehlen ist. Denn so faszinierend der bizarre Trip in die Softporno-Musical-Welt auch sein mag, die eigenwillige Dramaturgie ist streckenweise etwas fordernd. Ein Grenzgänger-Film zwischen Genialität und Trash.


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