- Text: Cornelis Hähnel
- Erscheinungsdatum: ..01.12.2011
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Bewertung:
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London Boulevard
London Kills Me
Wie schwierig es ist, gute Vorsätze umzusetzen und einzuhalten, hat vermutlich jeder von uns schon mal erlebt, meistens wohl am 2. Januar. Bei manchen Dingen kann man sich noch so disziplinieren – mit dem Durchhalten mag es partout nicht klappen. Das muss auch Mitchell (Colin Farrell) erfahren: Als er nach drei Jahren endlich wieder aus dem Knast kommt, will er mit seiner kriminellen Vergangenheit abschließen und ein neues Leben beginnen. Durch einen Zufall lernt er die Schauspielerin Charlotte (Keira Knightley) kennen und wird eine Art Bodyguard. Künftig muss Mitchell die Paparazzi vom Haus des zurückgezogen lebenden Megastars fernhalten. Doch als Gangster-Boss Gant ihm einen Job anbietet und Mitchell diesen ablehnt, wird er unweigerlich Teil einer blutigen Untergrundfehde...
Mit „London Boulevard“ hat Drehbuchautor William Monahan, der einen Oscar für das Drehbuch von „The Departed – Unter Feinden“ gewann, seine erste Regiearbeit vorgelegt. Natürlich hat Monahan es sich nicht nehmen lassen, auch für sein Debüt (das auf dem gleichnamigen Roman von Ken Bruen basiert) das Skript zu schreiben. Herausgekommen ist ein schwarzer und brutaler Thriller, der seine böse Schlinge immer enger zieht. Mit seinem eigenwilligen Erzählstil und düster-bedrückenden Bildern entwickelt der Film einen seltsam-konsequenten Sog und ist zugleich, ganz lässig nebenbei, geprägt von britischem Understatement. Ein idealer Rahmen, der Colin Farrell zu Höchstformen auflaufen lässt: Wie er es ohne große Worte schafft, das Scheitern seiner Figur an den eigenen Ansprüchen darzustellen, das ist schon ganz großes Kino. Und so präsentiert sich „London Boulevard“ als unberechenbare Genreperle, die sich fast ohne Ironie und Hipness-Faktor zu behaupten weiß.
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