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Bild: Der Gott des Gemetzels
  • Text: Sascha Rettig
  • Erscheinungsdatum: ..24.11.2011
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Der Gott des Gemetzels


Dass Roman Polanski aus gewissen Gründen nicht in die USA einreisen kann, ist hinlänglich bekannt, doch das hindert ihn nicht daran, seine Filme dort spielen zu lassen. In „Ghostwriter“ wurde die Ostseeinsel Usedom kurzerhand zu New England. Und in Paris entstand das New Yorker Apartment, der einzige Schauplatz von „Der Gott des Gemetzels“, einer Adaption des gleichnamigen Theaterstücks von Yasmina Reza.
Zwei äußerst unterschiedliche Paare treffen darin aufeinander, um mit den zivilisiertesten Absichten den handgreiflichen Spielplatz-Streit ihrer Söhne beizulegen. Nach anfänglichen Höflichkeiten beginnt die Situation immer weiter zu eskalieren –beschleunigt unter anderem durch eine Flasche guten Whiskys. Um diese auf äußerst unterhaltsame Weise entgleisenden Ereignisse in Szene zu setzen, werden die Regiefähigkeiten Polanskis allerdings kaum herausgefordert. Zwar bekommt die Kollision immer wieder an den entscheidenden Stellen erzählerische Impulse, dennoch ist „Der Gott des Gemetzels“ letztlich ein recht konventionelles Kammerspiel, das seine Theaterhaftigkeit nie ganz abstreift.
Das macht aber kaum etwas aus, ist der Film doch in doppelter Hinsicht ein Selbstläufer: Einerseits durch die grandiose Vorlage, die zu den erfolgreichsten Stücken der vergangenen Jahre zählt. Andererseits durch das hervorragend besetzte Viererensemble mit John C. Reilly und Jodie Foster, Kate Winslet und Christoph Waltz. Knappe 80 Minuten reichen Polanski aus, um Paardynamiken und wechselnde Allianzen zu beobachten, Überspanntheiten und Konflikte zu Tage zu bringen und unter dem konstanten Abfeuern verbaler Spitzen die bürgerlichen Fassaden der politischen Korrektheit fallen zu lassen. So wird „Der Gott des Gemetzels“ auch im Kino zum bissigen, gesellschaftssatirischen Vergnügen.


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