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Bild: Blutzbrüdaz
  • Text: Daniel Schieferdecker
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Blutzbrüdaz
Brothers From Other Mothers


In Sidos erstem Kinofilm „Blutzbrüdaz“ geht es um die beiden Rapper Otis (Sido) und Eddy (B-Tight), die gemeinsam vom Untergrund in die Charts wollen und Gefahr laufen, sich auf dem Weg dorthin zwischen allerlei Versuchungen und falschen Freunden zu verlieren. Ein weiterer HipHop-Film, bei dem sich nach peinlichen Vorgängern wie „Zeiten ändern dich“ und „Homies“ unweigerlich die Frage stellt: „Niveau, how low can you go?“
Doch welch eine Überraschung – nach ambitionierten Independent-Werken wie „Status Yo!“ und „Wholetrain“ kann mit „Blutzbrüdaz“ nun erstmals auch eine deutsche Mainstream-Produktion mit HipHop-Sujet überzeugen und schafft tatsächlich den schwierigen Spagat zwischen Ernsthaftigkeit und Entertainment. Der Film, seine musikalische Umsetzung und seine Charaktere bleiben trotz humoristischer Komponenten und selbstironischer Ansätze stets glaubwürdig. Man merkt, dass es den Verantwortlichen nicht bloß um das kommerzielle Ausschlachten der Jugendkultur HipHop ging, sondern mit Sorgfalt und Respekt versucht wurde, eine Geschichte zu erzählen, die sowohl für Szene-Kenner als auch für Außenstehende funktioniert. Und die Erklärung, warum diese Zielsetzung im Gegensatz zu anderen Filmen erreicht wurde, ist relativ einfach: An sämtlichen Fronten waren fähige Leute mit im Boot; Menschen, die einerseits ein Grundverständnis für die Belange der Szene besitzen, andererseits aber auch die Anforderungen des Mainstreams kennen – so wie Mit-Produzent Fatih Akin, Regisseur Özgür Yildirim („Chiko“) und Drehbuchschreiber Nick Schofield. Die Rechnung ist aufgegangen. Bei einem Testscreening in Frankfurt haben sich sowohl HipHopper als auch Szenefremde begeistert gezeigt, wie Sido freudig in einem Interview erklärt: „Mehr als die Hälfte der Leute fanden den Film sehr gut, und der Haupttenor bei den Kommentaren war: ’Eigentlich habe ich mit HipHop nichts am Hut, aber nach Sehen dieses Films finde ich HipHop sehr sympathisch und werde mir mal eine Sido-CD kaufen.’ Der Film wirft also ein gutes Licht auf HipHop, und das ist natürlich eine gute Sache.“ Und vor allem eine, mit der in dieser Form nicht zu rechnen war. Drücken wir den Verantwortlichen also die Daumen, dass die Mühen honoriert werden. Denn das wäre nicht nur ein Erfolg für Sido und seine Mannen, sondern auch einer für die hiesige HipHop-Kultur an sich.


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