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- Erscheinungsdatum: ..10.11.2011
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Bewertung:
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Another Earth
Schuld, Sühne und Science Fiction
Eine zweite Erde, exaktes Spiegelbild unseres Planeten, taucht plötzlich am Nachthimmel auf. Es stellt sich heraus, dass auf „Earth 2“ jeder Mensch einen Doppelgänger hat. Die Studentin Rhoda (Brit Marling) ist schwer fasziniert und kann die Augen nicht von dem rätselhaften Zwillingsstern lassen. Da sie dabei aber angetrunken Auto fährt, geschieht ein folgenschwerer Unfall. Sie rammt das Auto einer Kleinfamilie, Mutter und Kind sterben, nur der Familienvater überlebt schwer verletzt.
Nach dem Unfall landet Rhoda für vier Jahre im Jugendgefängnis. Wieder auf freiem Fuß, fristet sie depressiv und resigniert ihre Tage. Nur eine Frage rotiert in ihrem Kopf: Wie geht es dem Überlebenden des von ihr verschuldeten Crashs? Und so sucht sie ihn eines Tages auf. Der Komponist John Borroughs (William Mapother) lebt seit der Tragödie völlig zurückgezogen in einem alten Haus am Waldrand. Rhoda heuert bei ihm als Putzhilfe an, und gewinnt langsam das Vertrauen des traumatisierten Witwers. Je länger sie in seiner Nähe ist, desto heller und freundlicher wird es im bis dahin langsam verfallenden Haus des Künstlers, der eines Tages sogar wieder die Tasten seines Flügels anschlägt. Immer wieder ist Rhoda kurz davor, ihm ihre wahre Identität zu offenbaren, und wartet dann doch wieder auf eine bessere Gelegenheit. Als sich zwischen beiden langsam eine Liebesbeziehung entwickelt, ist es schon fast zu spät für die Wahrheit. Doch dann gewinnt Rhoda ein Raketen-Ticket nach „Earth 2“.
Das Regiedebüt von Mike Cahill war ein großer Überraschungserfolg beim letzten Sundance-Festival. Hauptdarstellerin Marling, die zusammen mit Cahill das Drehbuch schrieb, und William Mapother (Fans der Serie „Lost“ bekannt als undurchschaubarer Ethan Rom) bilden ein formidables Duo, das den Film mit seiner Fülle von Dialog-Szenen mühelos trägt. Hinter seiner Science Fiction-Maske wirft „Another Earth“ auf subtile Weise Fragen zum Themenkreis „Schuld, Reue und Vergebung“ auf. Die zweite Erde dient dabei als Metapher für die alle Menschen umtreibende Frage nach dem möglichen Neuanfang: Wäre ich, wenn das Schicksal die Weichen meines Lebens anders gestellt hätten, ein anderer Mensch, ein besserer gar?
„So ein Humbug! Wenn sich uns ein Planet dieser Größe näherte, würden doch die Gezeiten verrückt spielen!“ - Die Männer mit den Fusselbärten, die sich hinterher im Kino-Foyer über die astrophysikalischen Ungenauigkeiten des Films aufregen, haben das leider nicht verstanden.
Text: Calle Claus
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