- Text: Patrick Heidmann
- Erscheinungsdatum: ..08.12.2011
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Bewertung:
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3 Fragen an...
Viola Davis,
die zwar schon zwei Tonys gewonnen hat, für „Glaubensfrage“ für den Oscar nominiert und in Filmen wie „Traffic“ oder „Eat Pray Love“ dabei war, aber erst jetzt – als Hausmädchen in der ebenso rührenden Bestseller-Verfilmung „The Help“ – als der Kino-Star wahrgenommen wird, der sie zu sein verdient.
Miss Davis, „The Help“ ist ohne Frage Ihre bislang größte Kino-Rolle und Ihr erfolgreichster Film. Besser spät als nie, muss man nach über 15 Jahren im Geschäft wohl sagen, oder?
Ich kann nicht leugnen, dass ich mich sehr darüber freue und manchmal auch denke: endlich! Aber ich bin dankbar für jede einzelne Rolle, die ich spielen kann, denn die meisten Schauspieler sind die meiste Zeit ihres Lebens arbeitslos. „The Help“ ist eher deswegen etwas ganz besonderes, weil es solch große Rollen für schwarze Schauspielerinnen in Hollywood schon seit ein paar Jahren nicht mehr gab.
Mussten Sie für die Rolle viel recherchieren?
Nein, denn ich weiß genau wovon der Film erzählt. Ich kenne diese Frauen, die schwarzen Hausangestellten und Kindermädchen. Das sind meine Mutter, meine Oma, meine Tanten. All die Frauen in meiner Familie hatten solche Jobs, denn andere Möglichkeiten hatten schwarze Frauen, zumal aus der Unterschicht, früher einfach nicht.
Sind denn Roman und Film nah dran an der damaligen Realität?
Oh ja, unbedingt. So nah sogar, dass ich immer noch staune, wie gut die Autorin Kathryn Stockett – die diese Welt eigentlich nur aus der Perspektive des weißen Kindes kennt – all das in Worte fassen konnte. Einen kleinen Kritikpunkt habe ich als Authentizitätsfanatikerin allerdings: Im Film haben all diese Bediensteten zuhause ein Telefon. Das entspricht einfach nicht der Realität, wie ich aus eigener Erfahrung weiß. Wir waren arm – und schon Strom und warmes Wasser waren ein Luxus, den wir uns nicht immer leisten konnten. Von einem Telefonanschluss ganz zu schweigen.
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