- Text: Cornelis Hähnel
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Zusammen ist man weniger allein
Das Leben mit den Anderen
Die Traumtänzerin Camille (Audrey Tautou) arbeitet als Putzfrau in einem Pariser Bürogebäude und wohnt in einer kleinen zugigen Dachgeschoss-Wohnung. Eines Tages lernt sie im Hausflur ihren Nachbarn Philibert kennen, der in einer riesigen Belle-Etage-Wohnung im Vorderhaus wohnt. Kurzerhand lädt sie den verklemmten Adelssohn zu einem Picknick in ihre Wohnung ein. Philibert ist begeistert von Camille und entsetzt von ihrer kalten Bleibe. In einer stürmischen Winternacht holt er Camille in seine Wohnung, sehr zum Missfallen seines Mitbewohners Franck, denn der Frauenheld sieht in Frauen einfach nur Ärger. Das Zusammenleben der drei gestaltet sich schwierig und wird noch komplizierter, als Camille beschließt, Francks Großmutter Paulette aus dem Heim zu sich zu holen.
Der französische Regisseur Claude Berri hat nach der Romanvorlage von Anna Gavalda sein Drehbuch geschrieben - und sich dabei übernommen. Viel zu viele Erzählstränge werden nur angedeutet oder so beiläufig erzählt, dass man sich über das resultierende Ergebnis plötzlich wundert. Die Komplexität eines Buches zu einem straffen und stringenten Drehbuch zu komprimieren, ist eben die große Kunst der Literaturverfilmung, die vor allen Dingen nach Reduktion verlangt. Berri hat bei seiner Version von 'Zusammen ist man weniger allein' augenscheinlich auf vieles nicht verzichten wollen. Seine Charaktere sind eingesperrt auf kleinstem Raum, der ihnen keine Möglichkeit zur Entwicklung oder Interaktion erlaubt. Somit wird dem Zuschauer keine Identifikation erlaubt und der Film schafft es eben nicht, zu verzaubern. Da hilft auch Audreys unschuldiger Blick nichts mehr.
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