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Bild: Once
  • Text: Patrick Heidmann
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Once
Das Musical der Straßenmusiker


2007 war ein gutes Jahr für Musicals: „Dreamgirls“ und „Hairspray“ machten, nicht zuletzt in Amerika, richtig Kasse und bewiesen, dass das Kinopublikum nicht sofort davonläuft, wenn seine Stars mitten im Satz zu trällern anfangen oder mal kurz ein Tänzchen hinlegen. Unterdessen bewies „Across the Universe“, dass man auch ohne großen Broadwayhit im Rücken auf der Leinwand begeistern kann – vor allem, wenn man die alten Songs der Beatles zur Verfügung hat. Und dann war da auch noch eine Kino-Überraschung namens „Once“, die nun endlich auch Deutschland erreicht.
Der Film des irischen Regisseurs John Carney ist ein Musical der etwas anderen Art, mit logisch in die Handlung integrierten Songs und ganz ohne Choreografien. Von Glamour und überkandideltem Pomp fehlt jede Spur, schließlich ist der Held nichts weiter als ein Straßenmusiker (Glen Hansard). Wenn er nicht gerade seinem Vater beim Reparieren von Staubsaugern aushilft, geht er mit der Gitarre seiner musikalischen Leidenschaft nach – und jagt zur Not auch mal einem Dieb hinterher, der ihm die wenigen Groschen aus dem Koffer klaut. Auf der Straße trifft er auch eine junge Frau (Markéta Irglová), die nicht nur einen kaputten Staubsauger hat, sondern auch seine Lieder mag. Sie ist Immigrantin, Mutter einer kleinen Tochter und spielt bezaubernd Klavier. Die Wellenlänge der beiden ist nicht nur musikalisch die gleiche und so kommen sie sich ganz zaghaft näher. Doch während die Arbeit an gemeinsamen Songs sie sogar bis in ein Aufnahmestudio bringt, scheint ihre Liebe keine Zukunft zu haben.
Vermutlich gab es im Kino selten ein vermeintlich so unspektakuläres und dezentes Musical zu sehen wie „Once“. Aber es dürfte sich auch schwerlich ein charmanteres finden lassen. Carney erzählt zurückhaltend, aber leidenschaftlich und mit feinem Gespür für Humor und Ernsthaftigkeit von den kleinen Träumen seiner bodenständigen, namenlosen Protagonisten, von den Sorgen des Alltags und von Glück und Unbarmherzigkeit der Liebe. Seine beiden Hauptdarsteller sind dabei absolut bemerkenswert. Hansard, der auch schon in „Commitments“ zu sehen war, und die 19-jährige Irglová, die ihr Leinwanddebüt gibt, spielen ihre Rollen nicht nur mit Hingabe, sondern machen auch im richtigen Leben zusammen Musik. Die Songs, die sie für „Once“ geschrieben haben, dürften in Sachen Singer-Songwriter-Folk zum Schönsten gehören, was es zuletzt zu hören gab – auch jenseits der Leinwand.


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„Dieser kleine Film hat mich unglaublich inspiriert“, wird niemand Geringerer als Steven Spielberg zitiert, und auch der Rest der Filmwelt darf sich bei diesem Kleinod gerne eine Scheibe abschneiden. Schließlich hat „Once“ schon längst mehr als 100 Mal so viel Geld eingespielt, wie er gekostet hat. Das müssen demnächst andere Musicals wie „Sweeney Todd“ oder „Mamma Mia!“ erst einmal nachmachen!


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