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Bild: Berlinale 2009: Pink, Punk und Peng
  • Text: Daniel Schieferdecker
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Berlinale 2009: Pink, Punk und Peng


„Heute morgen bin ich schweißgebadet aufgewacht. Meine Träume haben wehgetan.“ Dieses Zitat stammt aus dem Film „Pink“ mit Hannah Herzsprung und ist eigentlich ganz schön. Schade nur, dass es das einzige ist, was in diesem Film ansatzweise positiv auffällt. Zeitlich konkurrierend mit dem ebenfalls unsäglich schlechten „Happy Tears“ mit Demi Moore, hat die Berlinale damit ihren ersten Tiefpunkt erreicht. In „Pink“ gibt es viel zu lange Einstellungen, in denen nichts passiert. Eine hanebüchene Geschichte mit völlig unglaubwürdigen Charakteren. Und eine triste Erzählweise, die bereits nach dem Startschuss ungeahnter Inhaltsleere von Langsamkeit und Langeweile überrollt wird. Es geht darin um die „Punk-Poetin“ Pink, die drei Männer gleichzeitig liebt und einen nach dem anderen ehelicht. Der erste bringt sich um, der zweite geht fremd, und der dritte macht sie dann glücklich. Hui. Was wohl als modernes Märchen gedacht war, ist letztlich nichts anderes als ein peinlich altbacken wirkendes Dokument von Untalentiertheit. Es geht um eine unglaubwürdig erfolgreiche Poetin, deren Gedichte so prickelnd sind wie eine drei Tage alte Urinprobe. Einer ihrer Verehrer singt so furchtbar schlecht und oft, dass man sich gar das Fegefeuer stocksteifer Volksmusikzombies herbeiwünscht. Und das Ganze wurde fabriziert von einem Regisseur, dessen filmisches Ouvre das Spannungspotenzial einer Laufmasche im Rheumastrumpf aufweist. Wirklich, ganz schlimm.

Sehr viel spannender waren hingegen die gestrigen musikalischen Beiträge.


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Zum einen der Dokumentarfilm „Soul Power“ über ein Musikfestival in Kinshasa vor dem legendären Boxkampf zwischen Muhammad Ali und George Foreman, bei dem afrikanische Musiker wie Miriam Makeba neben afro-amerikanischen Heroen wie Bill Withers, B.B. King oder James Brown aufgetreten sind. Ein wirklich spannendes Zeitdokument aus bisher unveröffentlichtem Material.
Und zum anderen „Notorious“ über das Leben des Christopher Wallace aka The Notorious B.I.G., das von der scheuklappigen Berlinale-Journaille jedoch weitgehend nicht verstanden wurde. Zwar gab es einige Reporter, die den Spielfilm (der von Biggies Mutter Voletta übrigens produziert worden ist), „cool“ fanden, aber die meisten waren mit der harten Ghetto-Realität aus Brooklyn durchweg überfordert und konnten absolut nichts damit anfangen. Aber wer will es ihnen auch verübeln – die Meisten waren bei der Geburtsstunde von HipHop bereits längst dem Jugendalter entwachsen.


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