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  • Text: Daniel Schieferdecker
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"Blutsfreundschaft" und "Amphetamine"


Eigentlich war dieses Berlinale-Wochenende vor allem den großen Hollywoodstars gewidmet. Auf der einen Seite (am Freitag) Roman Polanski und Ewan McGregor mit „Ghostwriter“, auf der anderen Seite (am Samstag) Martin Scorsese und Leonardo DiCaprio mit „Shutter Island“.

Weil über beide Werke in sämtlichen Medien jedoch bereits genug geschrieben wurde, soll es hier nun um zwei kleine Filme gehen, für aus gutem Grund bisher kaum Beachtung gefunden haben. Da wäre einmal „Blutsfreundschaft“ von Peter Kern, einem österreichischen Beitrag in der Panorama-Sektion. Darin geht es um den jungen Alex (Michael Steinocher), der von einer Nazi-Gruppe terrorisiert wird. Aus Angst flieht er zum 80-jährigen schwulen Textilreiniger Gustav (Helmut Berger), was natürlich zu Schwierigkeiten führt. Was von der Grundgeschichte erst einmal Spannung verspricht, kann vom fertigen Film jedoch leider nicht eingelöst werden. Zwar gibt es durchaus einige gute Ideen, aber nach und nach verliert sich der Film immer mehr in sich selbst. Unstrukturiert, hanebüchen und oftmals reichlich platt und stereotypisiert kommt das Ganze am Ende daher und kann in seiner Gesamtheit daher nicht wirklich überzeugen.


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„Amphetamine“ aus China lässt einen als Zuschauer ebenso ratlos zurück. Der junge, erfolgreiche Geschäftsmann Daniel steht darin dem eher erfolglosen Kafka gegenüber. Daniel verliebt sich in Kafka und dieser geht aus Einsamkeit darauf ein – in einem unverständlichen Wirrwarr aus Drogen, Sex und Vergangenheitsbewältigung führt die Sinnsuche der Protagonisten am Ende ebenso ins Nichts wie die des Kinopublikums. Schlussendlich bleiben daher lediglich ein paar krude Film-Sequenzen im Kopf hängen, zum Beispiel wie Kafka mit wehender (Mini-)Banane und umgeschnallten Engelsflügeln vollkommen beknackt über auf Hausdächern herumpost. Fazit: Hätte man sich schenken können.

Aber wir haben ja noch nicht einmal die Hälfte rum. Hoffen wir also, dass wir vor solchen cineastischen Fehlschlägen in den kommenden Tagen verschon werden.

Text: Daniel Schieferdecker


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