- Text: Daniel Schieferdecker
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Greenberg, Banksy, Nudelshop
Widmen wir uns heute mal wieder dem Wettbewerb, und zwar allen drei Filmen.
Den Anfang machte heute „San Qiang Pai An Jing Qi“ („A woman, a gun and a noodle shop“) – einer Neuauflage des Regiedebüts „Blood Simple“ der Coen-Brüder, mit dem Unterschied, dass die Handlung ins chinesische Kaiserreich verlegt wurde. Der Film selbst ist jedoch ziemlich fürchterlich. Die Protagonisten wirken allesamt wie aufgestachelte Erdhörnchen auf Crack, deren Outfits sind so ekelhaft bunt wie ein zersprengter Karnevalsumzug in Mainz und die Story weiß leider überhaupt nicht zu überzeugen. Dabei war Regisseur Zhang Yimou bereits für solche großen Filme wie „Hero“ oder „Rotes Kornfeld“ verantwortlich – für letzteren hat er 1988 sogar den goldenen Bären gewonnen. Man muss jedoch kein Hellseher sein, um vorauszusagen, dass er dieses Jahr ohne Auszeichnung nach Hause fahren wird.
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Ein ganzes Stück besser war da schon Noah Baumbachs Independentkomödie „Greenberg“ mit Ben Stiller und Greta Gerwig. Stiller mimt darin Roger Greenberg, einen Single Mitte 40, der sich selbst noch nicht gefunden hat. Greta Gerwig hilft ihm jedoch glücklicherweise suchen. Zwar hätte man sicherlich in den ein oder anderen Dialog noch etwas mehr Pfeffer einarbeiten können, dennoch besticht „Greenberg“ durch die Nähe zu seinen Protagonisten und seine wunderbare Atmosphäre. Schönste Frage im Film: „Dich hat ein Geisteskranker geleckt?!“
Zum Schluss gab es noch „Exit Through The Gift Shop“, das Dokufeature vom sagenumwobenen Streetart-Künstler Banksy. Dieser hat damit einen Film über denjenigen gemacht, der eigentlich einen Film über ihn machen wollte.
Sicherlich nicht ganz o groß wie Banksys Bilder und kreativen Ideen, aber dennoch ist es durchaus unterhaltsam und interessant, den vielen porträtierten Künstlern bei ihrem Tun einmal über die Schulter schauen zu dürfen. Zur angekündigten Pressekonferenz ist Banksy natürlich nicht erschienen. Dafür ließ er in Kai Pflaume-Manier eine Videobotschaft aufnehmen und sich damit kurzerhand in den Kinosaal beamen.
Der Mann hat auf jeden Fall verstanden, wie man sich wichtig macht und Begehrlichkeiten weckt.
Text: Daniel Schieferdecker
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