- Text: Cornelis Hähnel
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Die Bären sind los!
Gestern sind die Gewinner der 60. Internationalen Filmfestspiele Berlin bekannt gegeben worden. Wir sagen Euch, wer gewonnen hat und was wir von den Entscheidungen von Werner Herzog und der
restlichen Jury-Rasselbande halten:
GOLDENER BÄR FÜR DEN BESTEN FILM
Bal (Honey)
von Semih Kaplanoglu
Es ist der letzte Teil der Trilogie des türkischen Regisseurs über die Lebensbedingungen im ländlichen Anatolien. Ein Vater, Imker von Beruf, macht sich auf, um Honig in den Bergen zu holen, sein kleiner Sohn Yusuf bleibt zu Hause. Als der Vater nicht wiederkehrt, macht sich Yusuf auf die Suche.
Wieder ein Beispiel für die neue Qualität des jungen türkischen Kinos; eine rührende Geschichte mit grandiosen Landschaftsaufnahmen. Rangierte auch unter den Kritikern auch als Favorit.
GROSSER PREIS DER JURY – SILBERNER BÄR
Eu cand vreau sa fluier, fluier
(If i want to whistle, i whistle)
von Florin Serban
Ein 17-jähriger Häftling nimmt kurz vor seiner geplanten Entlassung ein Mädchen als Geisel und versucht zu fliehen. Ein kraftvolles Spielfilmdebüt, besetzt mit Laiendarstellern und erzählt vor einem realistischen Hintergrund. Definitiv einer der spannendsten Beiträge dieses Wettbewerbs. Deswegen gab's auch gleich noch den ALFRED BAUER PREIS, der besonders innovative Filme, oder, wie es offiziell heißt: Werke, die neue Perspektiven der Filmkunst eröffnen, auszeichnet.
SILBERNER BÄR FÜR DIE BESTE REGIE
Roman Polanski für
The Ghost Writer
Nun ja, Polanski steht unter Hausarrest und wartet auf seinen Vergewaltigungsprozess. Da kann man schon ein Solidaritäts-Statement dahinter vermuten. Ein Mut-Mach-Bär, der anderen, jüngeren und innovativeren Regisseuren besser gestanden hätte.
SILBERNER BÄR FÜR DIE BESTE DARSTELLERIN
Shinobu Terajima in
Caterpillar von Koji Wakamatsu
Eine Frau pflegt ihren Mann, der ohne Arme und Beine aus dem Krieg zurückkehrt. Ganz minimalistisch spielt Shinobu Terajima das Leiden einer Ehefrau, die sich gegen die Erniedrigungen ihres verkrüppelten Mannes auflehnt. Eindrucksvoll macht sie den dramatischen Machtkampf zwischen den beiden für den Zuschauer spürbar. Absolut gerechtfertigt!
SILBERNER BÄR FÜR DEN BESTEN DARSTELLER
Grigori Dobrygin
und
Sergei Puskepalis in
Kak ya provel etim letom (How i ended this summer) von Alexei Popogrebsky
Zwei Männer auf einer Forschungsstation in arktischen Gefilden. Einer der beiden erfährt über Funk von einem Schicksalsschlag, doch er findet nicht den Mut, seinen Partner darüber zu informieren.
Der Film bekommt gerade durch die Interaktion der beiden Protagonisten, durch ihr gelungenes Zusammenspiel, eine unglaubliche emotionale Intensität. Somit ist die Vergabe des Bären an zwei Schauspieler logisch. Und wir erinnern uns, vor ein paar Jahren wurden auch alle 8 Protagonistinnen aus Francois Ozons „8 Frauen“ mit einem Bären für ihre besondere künstlerische Leistung bedacht.
SILBERNER BÄR FÜR EINE HERAUSRAGENDE KÜNSTLERISCHE LEISTUNG
IN DER KATEGORIE KAMERA
Pavel Kostomarov für die Kamera in
Kak ya provel etim letom (How i ended this summer) von Alexei Popogrebsky
Neben dem intensiven Spiel der Protagonisten spielt auch die Natur in diesem Film eine Hauptrolle. Kameramann Kostomarov hat den spröden Charme der arktischen Landschaft in wunderbaren Tableaus eingefangen und die Atmosphäre weitgehend geprägt.
SILBERNER BÄR FÜR DAS BESTE DREHBUCH
Wang Quan’an und
Na Yin für
Tuan Yuan (Apart Together) von Wang Quan’an
Der Eröffnungsfilm blieb durch seine eigenwillige Unaufgeregtheit und Fremdartigkeit im Gedächtnis. Warum allerdings ein Drehbuchpreis hermusste, ist fraglich. Denn eigentlich wird in dem Film mehr gegessen als geredet. Aber das muss ja auch erstmal einer aufschreiben.
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Magnet Club - Live: Who Knew, The Dope
07.08.2010
MotorClub @ Magnet Club - Live: Who Knew, The Dope - Berlin
