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Bild: Terry Pratchett
  • Text: Elmar Bassen
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Terry Pratchett
Der Gott der Scheibenwelt


Man kann die Menschen in zwei Gruppen einteilen: die, die Terry Pratchett lieben – und die, die ihn nicht kennen. Es soll angeblich auch welche geben, die ihn kennen und nicht lieben – aber dabei kann es sich eigentlich nur um einen genetischen Defekt oder eine psychische Störung handeln, die ihren Ursprung in schlechten Büchern – oder keinen – in der Kindheit hat.

Terry Pratchett ist der Erschaffer der Discworld, einer Scheibenwelt, die auf dem Rücken vierer Elefanten, die wiederum auf dem Panzer einer gigantischen Schildkröte stehen, durchs All getragen wird. Von dieser „Discworld-Series“ sind mittlerweile 37 Bücher erschienen sowie zahlreiche Comics, Karten, populärwissenschaftliche Untersuchungen und sogar ein Kochbuch. Außerdem hat Terry Pratchett einige wunderschöne Kinder- und Jugendbücher geschrieben, für die er renommierte Auszeichnungen erhielt. Und noch mehr Bücher, auch mit anderen Autoren zusammen. Von all diesen Büchern wurden weltweit mittlerweile mehr als 50 Millionen Exemplare verkauft – und trotzdem kann man an Terry Pratchett hierzulande problemlos vorbei lesen, wenn man nicht von einem Eingeweihten in Pratchetts Multiversum eingeführt wird. Und genau diesen Part werde ich jetzt übernehmen: Vergesst eure Vorurteile über Fantasy und begebt euch auf die Discworld!


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Terry Pratchett hat mit dem Fantasy-Genre das gemacht, was Douglas Adams mit Science-Fiction getan hat: Die typischen langweiligen Klischees weggelassen und dann mal ausprobiert, wie das mit coolen Charakteren liefe und was passieren könnte, wenn man einige der Grundlagen des Genres konsequent zu Ende dächte: Als Gevatter Tod durch die Gegend zu laufen ist nämlich konkret ein ziemlicher Knochenjob, und auch wenn Tod sich einfach keine Vorstellung von Spaß machen kann (obwohl er sich in „Mort“ redlich bemüht), gerät er immer wieder in unglaublich komische Situationen. Das Gleiche gilt für Trolle, Zwerge, Hexen, Zauberer, Werwölfe, Vampire, Drachen, Götter und Menschen (und eine Truhe, um genau zu sein), die alle miteinander klarkommen müssen. Rassismus, Frauenfeindlichkeit und kapitalistische Ausbeutung sind dabei ebenso allgegenwärtig wie Zauberei, Zusatzdimensionen und wüste Kneipenschlägereien - und merkwürdigerweise genauso lustig oder mindestens lächerlich.

Gerade auf Deutsch erschienen ist „Witz und Weisheit der Scheibenwelt“, eine nett durchzublätternde Zitatensammlung, die für Anfänger aber eher ungeeignet ist. Naheliegend ist der Einstieg mit dem ersten Discworld-Roman „The Colour of Magic“ („Die Farben der Magie“), genauso gut möglich aber auch mit dem zuletzt auf Deutsch als „Schöne Scheine“ erschienenen „Making Money“ oder irgendeinem anderen. Wer eine Rock-Band will, steigt mit „Soul Music“ („Rollende Steine“) ein, Filmfans mit „Moving Pictures“ („Voll im Bilde“) und „Was mit Medien“-Menschen mit „The Truth“ („Die volle Wahrheit“). Ich persönlich empfehle „Thief of Times“ („Der Zeitdieb“). Und grundsätzlich gilt für eine solche Fantasiewelt: Schwer zu übersetzen – wer kann, sollte die Bücher auf Englisch lesen und darf gleich mit dem neuesten Werk „Unseen Academicals“, in dem es endlich mal um Fußball geht und das auf Deutsch erst im Laufe des Jahres erscheinen wird, beginnen. Und wer gar nicht lesen will: Die Hörbücher sind auch sehr gut!


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