LÜGEN IM DUNKLEN
Vlado Petric ist bei der Mordkomission Sarajevo während des Jugoslawien Kriegs. Ein Job, der soviel Sinn macht, wie ein Feuerwehrmann in der Hölle. Wie soll man ein Kriegs- von einem Mordopfer unterscheiden, wenn jeden Tag Menschen von Scharfschützen erschossen werden? Deswegen beschränkt sich seine Arbeit auf Fälle wie die der Zigeunerin, die im Affekt ihren Haustyrann erschlägt. Doch eines Abends findet er in der 'Heckenschützenallee' einen Toten. Sein Instinkt verrät ihm sofort, dass das kein Tschetnik war. Schnell kommt Vlado dahinter, dass der Tote, der Chef der Geheimpolizei, sterben musste, weil er seine Nase in die falschen Geschäfte gesteckt hat. Es geht um Millionen und je näher Vlado der Lösung kommt, desto gefährdeter ist auch sein Leben.
Fespermans Roman ist nicht nur ein guter Krimi, es ist auch die eindringliche Beschreibung des Lebens in einer belagerten Stadt. Wenn man bedenkt, dass das Ende des Kriminalgeschichte recht unbefriedigend ist, liegt darin der eigentliche Wert des Buchs. Fesperman, der selbst als Berichterstatter in Jugoslawien war, gelingt es, einem das Gefühl zu vermitteln, wie ungerecht, verlogen und korrupt ein Krieg ist. (uTTo)
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