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Bild: Paul Auster
  • Text: Elmar Bassen
  • Verlag: Rohwolt
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Paul Auster
Unsichtbar


Paul Auster ist einer der besten und bekanntesten lebenden Autoren Amerikas, seine „New York Trilogy“ ist eines der herausragenden Werke der zeitgenössischen amerikanischen Literatur. Seine Geschichten und Protagonisten sind oft bizarr, in ihrer liebevoll gezeichneten Detailtreue aber immer glaubhaft und mitreißend.
„Unsichtbar“ erzählt die Geschichte des jungen amerikanischen Studenten Adam Walker, der im Jahr 1967 einen Sommer erlebt, der den Rest seines Lebens prägen soll. Walker lernt den deutsch-französischen Literaturprofessor Rudolf Born kennen, der sich schon bald als zwielichtiger und skrupelloser Zeitgenosse entlarvt. Als Born sich sogar eines Mordes schuldig macht und Walker nicht umgehend die Polizei informiert, plagen ihn Schuldgefühle, und als sich die Gelegenheit ergibt, Born zur Rechenschaft zu ziehen, scheitert Walker geradezu tragisch.
In „Unsichtbar“ verschiebt Auster spielerisch die Perspektiven der Erzählung. Seine Rolle als Schriftsteller reduziert er auf die eines Beobachters und Dokumentalists, der dem Leser vorbehält, die Schilderungen der Beteiligten einzuordnen. Am Schluss ist der Leser zwar berührt, aber doch etwas ratlos ob des offenen Endes. Auster beherrscht sein Fach auch in diesem Werk meisterlich, doch fehlen die erzählerische Dichte und die subtile Spannung, die ihn sonst auszeichnen. Die Schilderung der tabulosen sexuellen Affäre Walkers mit seiner eigenen Schwester allerdings hat es dann doch in sich. Aber hallo!

Text: Elmar Bassen


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