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Bild: Rocko Schamoni
  • Text: Timo Richard
  • Verlag: Piper
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Rocko Schamoni
Tag der geschlossenen Tür


Wie bescheuert das Leben ist, geht einem manchmal erst auf, wenn man Schamoni gelesen hat. Für "Tag der geschlossenen Tür" reanimiert der Hamburger Über-Entertainer die Hauptfigur seines letzten Romans "Sternstunden der Bedeutungslosigkeit" und exerziert an ihr sämtliche Ärgernisse des Alltags genüsslich durch. Michael Sonntag ist ein handlungsunfähiger Protagonist, "verpeilt" nennt man das wohl, die meisten Dinge passieren ihm nur. Und wenn der Micha dann mal macht, dann unterbreitet er der von ihm verehrten Handy-Servicekraft Marion absurde Komplimente oder verabredet sich im Wartezimmer einer Arztpraxis. Schamonis elegant ironischer Ton und die wie selbstverständlich erscheinende Haltung seiner Figur sorgen allerdings dafür, dass jede potentielle Antipathie des Lesers am guten Herren Sonntag abperlt wie Wasser von der Teflonpfanne. Schamoni versichert uns mit "Tag der geschlossenen Tür", dass das Leben und nicht sein Protagonist bescheuert ist und zerpflückt so im Vorbeigehen jeden bürgerlichen Habitus.


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