- Text: Timo Richard
- Verlag: Kiepenheuer & Witsch
-
Tino Hanekamp
So Was Von Da
Pop-Literatur ist mittlerweile ein mit Vorsicht zu betretendes literarisches Terrain. Das mag einerseits an ihrer oft in purer Nabelschau erstickenden erzählerischen Dichte liege, andererseits auch an der ausgeprägten Egozentrik ihrer Protagonisten. Schön ist, dass Tino Hanekamp, Ex-Musikjournalist und jetzt Betreiber des Hamburger Uebel & Gefährlich, es tatsächlich geschafft hat, einen Roman zu schreiben, in dem Musik und das Hamburger Club-Milieu eine Rolle spielen und trotzdem kaum süffisanten Mist zu verzapfen. „So Was Von Da“ folgt Protagonist Oskar Wrobel, wie Hanekamp Club-Betreiber, durch eine überdreht melancholische Silvester-Nacht. Der Club soll geschlossen werden, die große Liebe ist weit weg und überhaupt könnte alles rosiger sein. Auch wenn einige Figuren auf so popliteraturig beknackte Namen wie „Rocky“ oder „Kiezkalle“ hören – Hanekamp schafft es dank seiner hastig-präzisen Sprache, Leonard Cohen nicht als Mode-Accessoire zu behandeln. Ob das dann noch Pop-Literatur ist?
ANZEIGE
Du musst eingeloggt sein,
um Kommentare schreiben zu können.
