- Text: Timo Richard
- Verlag: Blessing
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David Sedaris
Das Leben ist kein Streichelzoo
David Sedaris ist mit Geschichten über seine ziemlich seltsame griechischstämmige Familie und abstruse Nebenjobs zur Weihnachtszeit berühmt geworden. Bei aller oberflächlichen Komik ist in seinen autobiographisch anmutenden Erzählungen auch immer jene seltsam zufällige Weisheit zu spüren gewesen, die Gewissheit, dass die Geschichten über seine Ya Ya auch immer etwas Weltwissen transportieren. Jetzt hat sich Sedaris das klassische Format der Fabel vorgenommen und dementsprechend seine Subtilität einer offensichtlichen moralischen Botschaft geopfert. Das funktioniert nur manchmal, etwa wenn sich zwei Storchendamen darüber unterhalten, wo die Babys herkommen, oder wenn eine Laborratte positives Denken propagiert. In den animalischen Protagonisten von Fabeln sollen wir uns wiedererkennen und tatsächlich hat Sedaris mit feinem Gespür die ganze Bandbreite menschlicher Peinlichkeiten auf sie projiziert. Oft bleibt dabei aber der Witz auf der Strecke und man beginnt, die Ya Ya zu vermissen.
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