- Text: Timo Richard
- Verlag: Kiepenheuer & Witsch
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Jörg Thadeusz
Die Sopranistin
Wenn Fernsehonkel Jörg Thadeusz zu Beginn seines Romans eine Bombe explodieren lässt, die auch noch Todesopfer fordert, wirkt das erstmal so, als stimme irgendwas nicht. Herr Thadeusz, alles in Ordnung? Sie sind doch sonst nicht so böse. Je weiter der Autor aber seinen Protagonisten, den etwas unbedarften Friseur Georg, durch die Erzählung treibt, desto offensichtlicher werden die feine Ironie und der Sprachwitz, die in „Die Sopranistin“ stecken. Thadeusz spielt in dieser Mediensatire peinlich genau die möglichen Folgen eines Terroranschlags in Deutschland durch, in dessen Dunstkreis Georg nur deshalb gerät, weil er sich für die schöne aber geheimnisvolle Sofia interessiert. So unüblich hart „Die Sopranistin“ auch beginnt, stellenweise wird das alles doch sehr „nett“ - was in diesem Fall aber nicht bedeutet, dass man es mit dem kleinen Bruder von „scheiße“ zu tun hat. „Die Sopranistin“ ist spannend, witzig und klug – und wer sonst kann das schon von sich behaupten?
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