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Bild: Harry Crews
  • Text: Timo Richard
  • Verlag: Mox & Maritz
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Harry Crews
Scar Lover


Wenn Sonic Youths Kim Gordon und Lydia Lunch ihre gemeinsame Band nach dir benennen, bist du wahrscheinlich ein wirklich guter Autor oder stilistisch so weit ab vom Mainstream, dass du niemals kommerziell erfolgreich wirst. Im Falle Harry Crews stimmt beides und es ist dem Mox & Maritz Verlag hoch anzurechnen, seine Romane lange nach ihrer amerikanischen Erstveröffentlichung in Deutschland herauszubringen. Crews ist ein Autor für unangenehme Themen. „Scar Lover“, in dem kaum eine Figur nicht von schwerer Krankheit gezeichnet ist, macht da keine Ausnahme. Als Kind hat Peter durch eine Unachtsamkeit einen schweren Hirnschaden seines Bruders verursacht. Die Familie ist darüber auseinandergebrochen und Peter hat sich aus dem normalen Alltag zurückgezogen. Doch dann begegnet er Sarah und ihrer schwer kranken Familie und steht plötzlich wieder mitten im Leben. „Scar Lover“ ist eine typische Crews-Geschichte, die selbst in einem Szenario allgegenwärtiger körperlicher und geistiger Versehrtheit großen Humor versprüht und auch die großen Niederlagen des Lebens als Teil desselben versteht. Oder wie es im Titel einer Dokumentation über Crews so programmatisch heißt: „Survival Is Triumph Enough“.


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