COVER FÜR'S ALBUM
Was haben Philipp Boa, ELEMENT OF CRIME, Bryan Adams und Götz Alsmann gemeinsam? Richtig, sie haben alle den gleichen Cover-Designer. Der Hagener Dirk Rudolph ist seit der Independent Welle in den frühen 80ern einer der gefragtesten Designer für Cover-Art. Jetzt hat der 'Gestalten-Verlag' eine Sammlung seiner besten Arbeiten unter dem Titel 'Spark' herausgegeben. Und wie der Funke überspringt bei Rudolphs Werken. Viele seiner Arbeiten sind wie eine Hendrix-Gitarrensolo: laut, wild und verwirrend; aber tierisch geil.
Dabei mimt Dirk Rudolph am Telefon alles andere als den exzentrischer Künstler. Sein Charakter scheint also nicht für die wilden Visionen verantwortlich. Doch wo liegen die versteckten Wurzeln für solches Schaffen? 'In den frühen 80ern fand ich vor allem die Cover von JOY DIVISION klasse. Oder auch die frühen Sachen von der Designer-Gruppe Hypnosis, die für GENESIS und PINK FLOYD Cover gemacht haben.' Allerdings weiß Rudolph diese Einflüsse gut zu verbergen. Denn die Arbeiten entsprechen in jedem Detail den ästhetischen Vorlieben der 90er: eine wilde Mischung aus kalten und warmen Elementen, industriellen und natürlichen Motiven. 'Auch wenn meine Wurzeln in den 80ern liegen, werfe ich natürlich ein Auge auf das, was um mich herum passiert. Bewusst oder unbewusst fließt das natürlich in meine Arbeit mit ein.'
Trotz seiner Vielfalt und Ausdrucksstärke hat Rudolph sich fast ausschließlich auf die Gestaltung von Covern verlegt. Dass es sich dabei um Auftragsarbeiten für Andere handelt, empfindet er sogar förderlich für seine Kreativität. 'Für mich ist die Motivation eine andere, wenn ich zu einem bestimmten Zeitpunkt etwas vorweisen muss, als für mich selber so hin zu werkeln. Natürlich kann ich es mir vorstellen, mal etwas nur für mich zu machen, wenn ich die Zeit dazu habe. Wichtiger ist mir allerdings, dass ich mich bei den Aufträgen so verwirkliche, dass ich die Sachen nachher gut finden kann.'
Außerhalb der Musikbranche nimmt Rudolph nur wenige Aufträge an. Von Anfang an war für ihn, der selber in Bands Gitarre gespielt und gesungen hat, die Verbindung zwischen Musik und Design ganz eng. Klar, dass die Musik seiner Auftraggeber auch Einfluss auf das Design hat. 'Die Idee für das ELEMENT OF CRIME-Cover mit dem Wohnwagen und dem roten Herz oben drauf ist mir bei einer Fahrt durch Italien gekommen. Ich habe das Tape mit dem neuen Album immer wieder während der Fahrt gehört. Irgendwann hatte ich dann dieses Bild von Zirkus, Zigeunern und dunklen Haaren im Kopf. Durch das Hören der Musik ist sozusagen die Bild-Idee entstanden.' Eines ist auf jeden Fall sicher. Auch zukünftig dürfen wir auf spacige Motive von Rudolph gespannt sein: 'Ich arbeite gerade an einem Cover, bei dem ich endlich meinen lang gehegten Traum, irgendwas mit einer Kuhzunge zu machen, verwirklichen kann.' Na, wir sind gespannt, was das dann mit uns macht. (uTTo)
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