unclesally*s, dein Musik-Magazin für Punk, Rock, Indie, Alternative, Indierock mit vielen Interviews und Rezensionen

Bild: LOUSE

LOUSE


Wie Herman Q. Louse in der 'Zufluchtsstadt G.' gelandet ist, daran kann er sich nicht mehr erinnern. Er weiß nur, dass er jetzt in einem sterilen Gebäude in einer sterilen, streng hierarchischen Gesellschaft lebt. Er hat einen Vertrag, der sein Leben - auch emotional - strengen Regeln unterwirft. Wie alle anderen in G. steht er im Dienst des schwerkranken und bettlägerigen Blackwell. Er ist sein persönlicher Diener und darf sich nur in steriler Montur in seiner Nähe aufhalten. Alle 'Vertragspartner' in G. arbeiten auf das 'Paradies' hin. Doch das scheint bedroht zu sein, durch subversive Kräfte, die G. mit einer Bombe in die Luft sprengen wollen. Louse ist verwirrt, weil diese Kräfte mit ihm Kontakt aufnehmen. Er gerät in einen Gewissenskonflikt zwischen der Faszination des Anderen und getreuer Vertragserfüllung. Dinge scheinen nicht mehr das zu sein, was sie sind,die Regeln scheinen außer Kraft zu sein ...
Grands 'Louse' ist eine Mischung aus Orwells '1984' und Kafkas 'Der Prozess'. Die Menschen werden ständig beobachtet und auf ihre 'Vertragstreue' hin kontrolliert. Gleichzeitig gerät Louse in ein Netz von Abhängigkeiten, die sich ganz und gar seiner Kontrolle entziehen. So entwickelt Grand ein Szenario, das den Leser über die eigene Begrenztheit der eigenen Kontrolle nachdenken lässt. Leider löst Grand sein Szenario nicht schlüssig auf. Im Vergleich zu Orwells und Kafkas Charakteren, die mit ihrem Scheitern dem Leser eine ordentliche Lektion mit auf den Weg geben, endet die Sache für Louse in einem geradezu harmlosen Trullalla. (uTTo)


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