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Bild: Didi & Stulle 9

Didi & Stulle 9
Im Auftrag der Kanzlerin


Die Kanzlerin braucht Hilfe. Das ist ja nichts Neues. Die Kanzlerin braucht Hilfe, um wiedergewählt zu werden. Auch das ist nichts Neues.

Neu ist jedoch, dass sie auf Empfehlung ihres alten Freundes Strucki (Ist der überhaupt in Merkels Partei? „Mann, weees ick do nich. Denxte ick kenn jetz jedn einzilnen aus meine Partei, Alta?!? Dit sind zufällich Milljonn?!“) die beiden proletarischen Lebens-Philosophen Didi & Stulle beauftragt, eine Marketingkampagne mit dem Endziel Wiederwahl auf die Beine zu stellen. Besonders Didi erweist sich da einmal mehr als vielfältig begabt und entwickelt ungeahnte Energie. Schade nur, dass man den riesigen Wahlroboter auch nach der Wahl nicht abschalten kann und dieser ungeniert weiter Charlottenburg dem Erdboden gleichmacht.

Fil ist unbestritten einer der besten deutschen Comiczeichner. Am Beginn latscht Merkel noch ziemlich unmotiviert ins Bild. Hmmm, Merkel, ja?! Das ist ja so, als würde man sich über die Kelly-Family oder Boris Becker lustig machen. Sollte bei Grandmaster Fil etwa die Luft raus sein? Dieser ist aber auch einer der Comicerzähler, die wirklich ein Bild nach dem anderem zeichnen und am Beginn einer Seite oft noch nicht genau wissen, was auf dem letzten Bild passiert. Geschweige denn drei oder vier Folgen weiter. So nimmt sich der Meister im Laufe der Bilder seiner Figur an, und zunehmend richtig Fahrt auf. Nach zwei weiteren Merkel-Geschichten “Die Rechnung kommt am Schluss“ und vor allem “Die Endung“ steht da eine Figur, die unsere beiden Helden glatt etwas fade aussehen lässt. Und das muss man erst mal schaffen. Das nächste Mal wähle ich die auch. Glaube ich.


Heimat: fil-berlin.de




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