unclesally*s, dein Musik-Magazin für Punk, Rock, Indie, Alternative, Indierock mit vielen Interviews und Rezensionen

Bild: 5 Fragen an Isabel Kreitz
  • Text:
  • Kommentar schreiben

5 Fragen an Isabel Kreitz


Gibt es etwas, das der Comic allen anderen Medien voraus hat?
Einen Comic wirklich „lesen“ zu können, setzt ein gewisses Training voraus. Ist man aber in der Lage, Text und Bild synchron wahrzunehmen und den Raum zwischen zwei Bildern zu interpretieren, wird die Comiclektüre zu einem sehr intensiven und einzigartigen Erlebnis. Davon abgesehen sind die Spielarten des Comics aber genauso mannigfaltig wie die anderer Medien und absolute Geschmackssache.


ANZEIGE





Welche Musik hören Sie (momentan) am liebsten beim Zeichnen?
Oha! Komplette Gemischtwarenhandlung! Ich freue mich sehr, wenn Freunde mir ihre aktuelle Lieblingsmusik aus der Abteilung Rock, Pop und Independent empfehlen. Aktuellste Neuzugänge sind Alben von The Bees, Arcade Fire und Damien Jurado. Gern greife ich aber auch zu den klassischen CDs, am liebsten Klaviermusik von Debussy, Schubert, Liszt, Bach, Händel und Francois Couperin. Jazz ist auch nie verkehrt, momentan finde ich Krzysztof Komeda sehr spannend. Beim Reinzeichnen von „Haarmann“, der ja in den Zwanzigerjahren spielt, habe ich auch gern zeitgemäße deutsche Pop-Musik aufgelegt, von Spoliansky oder Holländer.

Welcher ist Ihr aktueller Lieblingscomic?
Meine zuletzt gekauften Comics sind “Shenzen“ von Guy Delisle und “Strandsafari“ von Mawil. Beide auf ihre Art wunderbare Erzähler! Die Bücher stehen nun im Regal neben meinen vielen anderen aktuellen Lieblingscomics.

Was empfehlen Sie jungen Nachwuchskünstlern?
Keine hohe Erwartung zu haben, was den Lebensunterhalt angeht. Man muss wirklich viel Leidenschaft aufbringen, um die Arbeit durchzuhalten. Selbst wenn man das Glück hat, einen Verlag zu finden, deckt ein Vorschuss oder ein Garantiehonorar niemals den Arbeitsaufwand. Daher sollte man sich immer auch mit Auftragsarbeiten beschäftigen, oder bestenfalls gleich einen lukrativen Nebenjob haben.

Welche Musik soll bei Ihrer Beerdigung laufen?
Das ist mir, ehrlich gesagt, ziemlich egal. Ich muss es ja nicht mehr hören.

Isabel Kreitz gehört zu den besten und vor allem produktivsten deutschen Comiczeichnerinnen. Nach dem über 240 Seiten starken Graphic Novel über den Agenten Richard Sorge (für solche Bücher, wurde der Begriff “Graphic Novel” ursprünglich mal erfunden), arbeitete sie die letzten drei Jahre an der Umsetzung einer Vorlage von Krimiautor Peer Meter über die letzten Monate des berühmt berüchtigten Serienmörders Fritz Haarmann. “Haarmann” erzählt auf 166 Seiten in historisch detaillierten Bildern, wie Haarmann lebte, sprach, wie er seine Opfer fand und wie diese dann kaputt gingen: “Ich wollte ja keinen umbringen, aber ab und zu war immer einer tot.”

Heimat: carlsen.de


...zurück


Du musst eingeloggt sein,
um Kommentare schreiben zu können.


Passwort vergessen?
Registrierung

Kontakt -  Impressum -  Mediadaten -  Abo ·  nach oben