- Text: A. Hartung
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5 Fragen an Baru
1. Gibt es etwas besonderes, was Comic allen anderen Medien voraus hat? Gibt es etwas, was nur Comic kann?
Ich glaube nicht, dass Comics gegenüber anderen Medien einen Vorteil haben. Sie können jedoch dasselbe ausdrücken wie Literatur oder Kino, und zwar mit dem gleichen Grad an Exzellenz. Allerdings drücken sie sich auf eine andere, emotionalere, synkretistischere Art aus, weil sie mit Bildern sprechen. Die Wahrnehmung der Bilder, die ja das Lesen nicht ablösen, und deren analytische Entschlüsselung sind eine bereichernde Erfahrung, die in jeder Hinsicht mit den Sinnen spielt, aber auch etwas Mysteriöses hat, das in Verbindung mit dem ganzen Körper und nicht nur dem Gehirn tritt.
2. Welche Musik hören Sie (momentan) am liebsten beim Zeichnen?
Ich höre nur Rock’n’Roll. Ausschließlich. Und nicht nur, wenn ich zeichne. Während des Tages durchlaufe ich den Rock’n’Roll von 1955 bis 2011. Wenn ich zeichne, ist es nur noch ein bisschen lauter. Am Ende werde ich noch komplett taub sein.
3. Welcher ist Ihr aktueller Lieblingscomic?
Einer, für den ich in der Funktion des Jury-Präsidenten beim Ranking des letzten Festival Angoulême gestimmt habe: “5000 km in der Sekunde“ von Emmanuel Fior, bei Atrabile. Ich war auch sehr begeistert, als ich “Les Noceurs“ (Die Lebemänner“) von Brecht Evens bei Actes Sud entdeckt habe.
4. Was empfehlen Sie jungen Nachwuchskünstlern?
Nicht nach einem Stil zu suchen. Nicht dem zu folgen, was gerade angesagt ist. Sie sollten viele Comics aller Art lesen und auf alles neugierig sein. Und natürlich arbeiten wie ein Verrückter.
5. Welche Musik soll bei Ihrer Beerdigung laufen?
Keine, weil ich nämlich unsterblich bin.
Baru ist unsterblich. Na, das ist doch mal eine gute Nachricht! Heißt das doch nichts anderes, als dass wir gewöhnlichen Sterblichen uns bis an unser Lebensende an neuen Baru-Bänden erfreuen können. Die nächste Gelegenheit dazu gibt es in diesem Frühjahr bei der Edition 52, wo der neue Baru-Band “Hau die Bässe rein, Bruno!“ erscheint. Mehr Infos dazu und eine ausführliche Leseprobe gibt es unter edition52.de
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