- Text: Andreas Hartung
- Preis: 19,80 €
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Eric Powell
The Goon 7 – Chinatown und das Geheimnis von Mr. Wicker
Goon und Hellboy sind im gewissen Sinne Brüder im Geiste. Beide sind äußerlich eher grobschlächtige Gesellen, welche sich mit allerlei Arten von Monstern und okkultem Viehzeug herumärgern müssen. Probleme lösen sie dadurch, dass mit ihren großen Fäusten draufhauen. Fragen werden, wenn überhaupt, erst danach gestellt. Meistens aber eher gar nicht. Beide sind unglaublich gut gezeichnet und ihre Autoren voller anscheinend nie versiegendem Ideenreichtum. Nun ist aber ein Held, dem sowieso nichts passieren kann, auf Dauer und bei aller gelungenen Komik etwas eintönig. Deswegen hat man auch für Superman das Kryptonit erfunden (bzw. gegen ihn). Hellboy hat vor allem schwer an sich selbst zu tragen, an seiner Bestimmung bzw. dem was andere als sein unwiderrufliches Schicksal bezeichnen (nämlich nichts Geringeres als das Ende der Welt einzuläuten). Er versucht, seine Rolle in der Welt zu finden und das macht ihn verletzlich. Sogar so sehr, dass er manisch-depressive Symptome zeigt. Goon hatte dies Tiefe nie. Goon war “nur“ lustig und drohte so auf Dauer …nun ja doch etwas langweilig und belanglos zu werden.
Goons Verletzlichkeit, seine innerlichen und äußeren Narben heißen “Chinatown“. Von Beginn der Serie wurde das ominöse geflüsterte “Damals in Chinatown“ als eine Art Running Gag eingebaut und verwies auf traumatische Ereignisse, die Goon erst zu dem gemacht haben, was er heute ist. In “Chinatown und das Geheimnis von Mr. Wicker“ erzählt Eric Powell, was damals nun wirklich passiert ist. Und die Geschichte ist nicht lustig. Nein, im Ernst! “Chinatown“ ist keine komische Geschichte. Auch wenn es natürlich Prügeleien und Monster gibt. Es geht um gebrochene Herzen und Vorstellungen vom Leben, die sich nicht erfüllen. Und nicht zuletzt geht es um Freundschaft. Am Ende der Geschichte, wissen wir, wie Goon zu seinen Narben gekommen ist. Und dass ihm dieser ernste Ton – wie die Narben – gut zu Gesicht stehen. Natürlich nicht immer. Aber ab und zu. Zwischen einer Zombieschlägerei und einer rektalen Satansbaby-Geburt, geben sie Goon die Persönlichkeit und, ähem: Tiefe, die ihn auf lange Sicht erst interessant machen. Auf die Freundschaft, Prost!
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