- Text: Tito Wiesner
- Plattform: PC
- Publisher: Blizzard
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Bewertung:
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Starcraft 2
Ein Echtzeit-Strategie-Spiel, das auch zwölf Jahre nach seinem Erscheinen noch von Millionen Gamern weltweit gezockt wird, das als Grundlage für zahllose Turniere und Weltmeisterschaften dient und dessen Online-Schlachten in Ländern wie Korea gar im Fernsehen übertragen werden: Das 1998 erschiene „Starcraft“ ist vieles, nur mit Sicherheit kein normales Spiel. Jetzt erscheint tatsächlich die Fortsetzung - und entfacht das weltweite Feuer von Neuem.
Wer sich Ende der Neunzigerjahre noch nicht mit PC-Spielen beschäftigt hat und den Namen „Starcraft“ noch gar nicht kennt, wird bei einem Blick auf den mittlerweile arg betagten Titel eventuell Probleme haben, den Hype nachzuvollziehen. Zum Zeitpunkt seines Erscheinens war das Spiel allerdings nahezu perfekt: Drei verschiedene Völker, die im Weltall um die Vorherrschaft kämpfen, unzählige Karten und Einheiten, vor allem aber ein Balancing, das besser nicht hätte sein können - wo in anderen Titeln immer ein Volk besser gestellt war oder mächtigere Waffen hatte, sorgte „Starcraft“ tatsächlich für ausgeglichene, immer wieder spannende und sich praktisch nie wiederholende Online-Duelle. Somit störte sich in den letzten zwölf Jahren auch niemand daran, dass die Grafik mittlerweile nicht mehr mit aktuellen Standards mithalten konnte und auch die Bedienung an manchen Stellen zu wünschen übrig ließ; das Spiel war einfach zu gut, als dass Äußerlichkeiten ihm etwas hätten anhaben können.
Die Entwickler von Blizzard ließen sich somit unendlich viel Zeit für die Fortsetzung - was einer der Gründe sein könnte, warum „Starcraft 2“ auf den ersten Blick vielleicht etwas enttäuscht. Große Veränderungen gibt es nämlich nicht - vor allem spielerisch wurde großer Wert darauf gelegt, die Erfolgsformel beizubehalten. Im Mittelpunkt der Kampagne steht der schon aus Teil Eins bekannte Terraner Raynor, ein großer Teil der 26 Missionen folgt seinem Schicksal beim Kampf gegen die schier übermächtigen Aliens vom Volk der Zerg und das Hightech-Volk der Protoss. Wie es nach dem letzten Einsatz mit der Handlung weitergeht, sollen zwei Erweiterungen erst aus Sicht der Zerg und dann aus Sicht der Protoss erzählen, die nach Angaben von Blizzard voraussichtlich 2011 und 2012 erscheinen.
Wer „Starcraft“ noch nie gespielt hat, kann sich in einem kurzen Tutorial über die grundlegende Steuerung informieren und dürfte dann kaum noch Schwierigkeiten haben, die ersten Missionen zu überstehen. Die Designer bei Blizzard haben dafür gesorgt, dass der Einstieg in „Starcraft 2“ sehr einfach ausfällt - in späteren Levels aber auch Profis gefordert sind. Das Missionsdesign ist vorbildlich: Neben klassischen Einsätzen wie dem Verteidigen einer Basis gegen Zerglinge oder dem Erobern gegnerischer Stellungen muss der Spieler im Wettrennen gegen Protoss an bestimmten Altären ein heiliges Gas einsammeln oder einen intergalaktischen Gütertransport abfangen. Einheiten und Fahrzeuge sind über weite Strecken bereits bekannt, neu sind dafür zahlreiche Nebenbeschäftigungen wie Adventure-artige Gespräche oder eine Jukebox. In fast jeder Mission gibt es neue Landschaften zu entdecken, die Palette reicht vom rotglühenden Lavaplaneten bis zur lauschigen Dschungelwelt - technisch bahnbrechend ist das Ganze aber trotzdem nicht.
Wer die ersten Missionen gespielt, vor allem aber die ersten Schlachten im Multiplayer geschlagen hat, wird derartige Kritik trotzdem nicht mehr äußern: Das süchtig machende Gameplay nimmt einen sofort wieder gefangen. Man könnte Blizzard den Vorwurf machen, dass „Starcraft 2“ das Echtzeit-Strategiespielgenre nicht neu erfindet oder dass die Grafik keine neuen Maßstäbe setzt. Nur bleibt dafür kaum Zeit - die nächste Mission wartet schon. Und fast scheint es, als wären mindestens auch die nächsten zwölf Jahre wieder mit ausufernden Weltall-Schlachten ausgefüllt.....
4 von 5
Text: Tito Wiesner
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