- Text: Tito Wiesner
- Plattform: Xbox360, Playstation3
- Publisher: Electronic Arts
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Bewertung:
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Bulletstorm
Abgetrennte Körperteile, ganz viel Blut, wüste Splattereffekte: Das Actionspiel „Bulletstorm“ brachte Jugendschützer schon Monate vor seiner Veröffentlichung wegen massiver Gewaltdarstellungen auf die Barrikaden. Jetzt ist das Spiel fertig - gibt sich zumindest in der deutschen Version aber deutlich zahmer als erwartet.
„Bulletstorm“ fackelt nicht lange. Kaum ist das Spiel gestartet, steckt der Spieler auch schon mittendrin im Schlamassel. Als Teil einer Söldner-Truppe muss er zunächst erfahren, dass er für seinen Arbeitgeber General Serrano unschuldige Menschen getötet hat - und nicht böse Kriminelle wie eigentlich angenommen. Die Erkenntnis kommt spät und der Wunsch, Rache zu nehmen, zu einem ungünstigen Zeitpunkt: Die eigene Truppe ist dezimiert, und das eigene Raumschiff schrottreif. Glück im Unglück: Dem Ex-Chef geht es nicht viel besser - auch er muss auf einem unwirtlichen Planeten notlanden und wird ab diesem Zeitpunkt Ziel der Hatz des Spielers.
Gut also, dass man ein flinker Kerl ist, der laufen, rennen, springen, aber sich auch ducken oder Gänge herunterrutschen kann. Noch besser, dass man auch bei der Bearbeitung der Gegner eine gewisse Flexibilität an den Tag legt. Natürlich gibt es zahlreiche Schusswaffen, von Pistole über diverse Gewehre bis hin zu Granaten. Wichtig ist aber auch eine Peitsche. Mit der lassen sich einerseits störende Gegenstände aus dem Weg räumen, vor allem aber auch Feinde anvisieren und dann mit einem beherzten Knopfdruck heranziehen oder auch gleich in tödliche Fallen wie etwa Stacheldraht oder einen Abgrund stürzen. Auch Fußtritte sind ein probates Mittel. Nach kurzer Übungszeit ist es also möglich, Feinde per Peitsche zu angeln, dann mit dem Fuß in die Luft zu befördern und schließlich mit einer Kugel zu erledigen, wahlweise auch in umgekehrter Reihenfolge.
„Bulletstorm“ belohnt kreative Angriffe und vergibt dafür Punkte, die wiederum komplexere Aktionen ermöglichen. Trotzdem wird Wert auf unkomplizierte und schnelle Action gelegt. Taktik, Nachdenken und Teamplay sind kaum gefragt. Und im Gegensatz zur internationalen Version gibt es Blut-Fontänen ebenso wenig wie Splatter-Effekte oder Verstümmelungen, zerfetzte Körper und herumliegende Leichen. Dabei wären diese Beschneidungen eigentlich gar nicht nötig gewesen: „Bulletstorm“ ist keine Gewaltorgie, sondern völlig trashiges Action-Entertainment, das sich meist selber nicht sonderlich ernst nimmt und mit seinen Action-Klischees eher in der Tradition solcher Spiele wie „Duke Nukem“ oder „Serious Sam“ steht. Dadurch bietet „Bulletstorm“ auch eine der kurzweiligsten Shooter-Kampagnen der letzten Jahre - wer sich an der derben Inszenierung und der massiven optischen Entschärfung der deutschen Version nicht stört, bekommt ein zwar nicht innovatives, dafür aber wunderbar spielbares, technisch gelungenes und ungemein rasantes Action-Feuerwerk geboten.
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