- Text: Tito Wiesner
- Plattform: PC/Mac
- Publisher: Electronic Arts
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Bewertung:
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Spieletest
Die Sims Mittelalter
urgen und Schwerter statt WGs und Couchtische: Electronic Arts schickt die Sims ins Mittelalter - wo sich Spieler mit ähnlichen Bedürfnissen, aber neuen Aufgaben herumschlagen müssen.
Neustart für die erfolgreiche Spielereihe-Sims - nach zahllosen Erweiterungen für den letzten Titel Die Sims 3 wollten die Entwickler ein neues Szenario kreieren und drehten die Zeit ein paar hundert Jahre zurück. Die Sims Mittelalter ist allerdings kein Add-On, sondern ein eigenes Hauptprogramm und somit alleine lauffähig. Die Nähe zu Die Sims 3 kann der Titel trotzdem nie verbergen: Zwar ist der Schauplatz diesmal ein Königreich mit angrenzenden Wäldern, Höhlen und Friedhöfen. Auch die Berufe sind angepasst und reichen von König über Ritter bis Barde und Hufschmied - jeder natürlich inklusive passender Gewänder, Fähigkeiten und Schwächen. Im Grunde sind das alles aber nur optische Veränderungen für die bekannte Spielmechanik.
Auffälliger ist da schon, dass die Entwickler diesmal die Möglichkeiten stark eingeschränkt haben. Das beginnt bei den reduzierten Bedürfnissen der Sims - im Grunde muss nur sichergestellt werden, dass sie ausreichend Essen und Schlaf bekommen. Aber auch die Spielaufgaben sind diesmal einfacher gestaltet - was vor allem am neuen, Rollenspiel-artigen Quest-System liegt. Zwar gab es ähnliches Aufgaben-Abarbeiten schon in der Vergangenheit. Die Sims Mittelalter geht allerdings noch einen Schritt weiter und gibt dem Spieler in praktisch jeder Situation vor, was als nächstes zu tun ist. Egal ob Gespräche mit dem Schloss-Innenausstatter, das Sammeln von Kräutern, ein Kampf mit einer Bestie oder das Schmieden eines Schwertes ansteht, immer ist offensichtlich, was getan werden muss: Besuchen des jeweiligen Ortes, Anklicken von Person oder Gegenständen, Auswählen der Aktion - und dann meist eine gewisse Wartezeit, bis die Aufgabe gelöst ist.
Die häufigen Wartezeiten sorgen dafür, dass immer wieder der schnelle Vorlauf gewählt wird - weil oft zwischen den einzelnen Aufgaben nichts zu tun ist. Natürlich können neue Freunde gewonnen und Sympathie- oder Erfahrungspunkte gesammelt werden, die Stimmung des eigenen Sims muss immer im Blick behalten werden, zudem unterscheiden sich die Lösungsmöglichkeiten je nachdem, mit was für einer Art Held der Spieler unterwegs ist. Ein paar Minispiele strecken zusätzlich die Spielzeit. Das ändert allerdings nichts daran, dass sich schnell Wiederholungen einschleichen - und mit zunehmendem Spielverlauf immer mehr Monotonie einstellt.
Immerhin haben die Entwickler Humor bewiesen: Die Quests sind oft sehr amüsant formuliert, die Interaktionen und Animationen putzig, die Charaktere sympathisch überzeichnet - hier nimmt sich niemand zu ernst, das Mittelalter der Sims ist eher heiter als düster.
Viel Humor und ein stimmungsvolles Szenario machen alleine aber noch kein gutes Spiel aus - Die Sims Mittelalter bieten inhaltlich zu wenig, um längerfristig zu motivieren. Das Quest-System vereinfacht die Spielmechanik so sehr, dass meist nur mehrfach geklickt und dann gewartet werden muss; die Faszination anderer Sims-Titel stellt sich hier auf Grund mangelnder Aktionsmöglichkeiten leider nie wirklich ein.
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