unclesally*s, dein Musik-Magazin für Punk, Rock, Indie, Alternative, Indierock mit vielen Interviews und Rezensionen

Bild: Portal 2
  • Text: Tito Wiesner
  • Plattform: PC, Xbox360, Playstation3
  • Publisher: Valve
  • Bewertung:
  • Galerie ansehen
    Kommentar schreiben

Portal 2


Eingesperrt in einer Irrenanstalt - zusammen mit albernen Robotern, einem rachsüchtigen Computersystem und zynischen Fallen: Das Szenario von Portal 2 ist ebenso außergewöhnlich wie der Gameplay-Mix aus Shooter und Puzzle.

Menschliches Versuchskaninchen in einer Forschungsanstalt zu sein, ist an sich ja bereits keine angenehme Ausgangsposition. In Portal 2 kommt es für den Spieler aber noch dicker: Als er nach einem viel zu langen Tiefschlaf aufwacht, hat sich offensichtlich irgendeine Katastrophe ereignet - das zunächst ganz komfortable Zimmer in der Anstalt ist eine Bruchbude, die Forschungseinrichtung weitgehend zerstört. Gut, dass zumindest der zuständige Begleit-Roboter es mit Humor nimmt - und dem Spieler gleich zu verstehen gibt, dass er trotz der hoffnungslosen und eigentlich völlig ausweglosen Situation doch bitte gleich mit der ersten Aufgabe anfangen möge.
Die Eingangs-Level erinnern zunächst an das erste Portal: In überschaubaren Räumen gibt es einen Ausgang, der erreicht werden muss - was auf direktem Wege aber nie möglich ist. Da muss etwa erst ein Würfel aufgehoben und auf einem Schalter abgelegt werden, bevor sich eine Treppenkonstruktion öffnet und Zugang zur nächsten Plattform gibt. Schon nach wenigen Minuten bekommt der Spieler zudem die Portal-Kanone in die Hand gedrückt, das eigentliche Herzstück des Spiels. Mit der schießt er Dimensionstore in Wände, Boden oder Decke und kommt nach Durchschreiten des Tores an einem zweiten wieder heraus. Bald steigt der Schwierigkeitsgrad aber steil an - Portal 2 verlangt unglaublich viel Gehirnschmalz-Einsatz. Die Bereiche werden immer komplexer, die Interaktionsmöglichkeiten größer. Da gilt es dann, mehrere Schalter gleichzeitig zu drücken, diverse Konstruktionen zu aktivieren, mit möglichst viel Schwung oder möglichst steil durch die Portale zu springen, Strahlen durch Spiegel zu beeinflussen, Katapulte, Barrieren oder Flüssigkeiten zu nutzen und vieles mehr - immer wieder kommt es so zu den mal motivierenden, mal frustrierenden "Das kann doch gar nicht gehen!"-Momenten. Gut, dass viel Humor im Spiel steckt: Während andere Titel krampfhaft versuchen, witzig zu sein, gibt es hier andauernd wirklich Grund zu lachen - egal ob die Lautsprecheransagen in der Anstalt oder die Balgereien der Roboter, der Spieler bekommt das Grinsen kaum aus dem Gesicht.
Neben dem Einzelspieler-Modus ist aber auch eine Koop-Kampagne für zwei Spieler auswählbar. Die wird mit zwei sympathischen und manchmal ganz schön albernen Robotern namens Atlas und P-body gespielt und ist keine einfache Ergänzung der Solo-Kampagne, sondern eine komplett eigenständige Spielerfahrung - dank doppelt so viel Portalen und zahllosen Möglichkeiten der Spieler, sich zu unterstützen, Tipps zu geben und die immer kniffliger werdenden Aufträge zu vollenden.
War der erste Teil noch ein außergewöhnliches, aber viel zu kurzes Experiment, ist Portal 2 ein herausragend gutes Spiel geworden - der teils antiquierten Optik zum Trotz. Bedienung, Rätseldesign und Lernkurve sind vorbildlich, die Story ist gelungen, der Humor grandios; trotz manchmal frustrierend schwieriger Aufgaben wird es kaum einen Spieler geben, der hier nicht bis zum Ende durchhalten will.


ANZEIGE







...zurück


Du musst eingeloggt sein,
um Kommentare schreiben zu können.


Passwort vergessen?
Registrierung

Kontakt -  Impressum -  Mediadaten -  Abo ·  nach oben